AUD/USD handelt am Montag in einer engen Spanne, da die Märkte die hawkischen Erwartungen sowohl der Reserve Bank of Australia (RBA) als auch der Federal Reserve (Fed) abwägen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Paar um 0,7167, wobei ein moderater Pullback des US-Dollars (USD) die Abwärtsbewegung abfedert.
Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed gewannen nach der Rede von Vorsitzendem Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium am Freitag wieder an Fahrt. Warsh betonte, dass die Inflation weiterhin deutlich über dem Ziel liegt, und bekräftigte, dass die Zinsen das wichtigste Instrument der Fed seien, um die Preisstabilität wiederherzustellen.
Nach Warshs Äußerungen passten Händler ihre Wetten auf eine Zinserhöhung im September neu an, wodurch der US-Dollar auf ein Mehrwochenhoch stieg, während die Renditen am kurzen Ende der US-Staatsanleihen sprunghaft anzogen. Das CME FedWatch Tool zeigt nun eine Wahrscheinlichkeit von 65% für eine Erhöhung um 25 Basispunkte (bps) bei der Sitzung im nächsten Monat.
Der Greenback verlor am Montag jedoch an Momentum und machte den Großteil der am Freitag verbuchten Gewinne wieder wett. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notierte um 99,41 und damit 0,27% im Minus. Dennoch sollten die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik den Dollar stützen, wobei sich die Aufmerksamkeit nun auf die in dieser Woche anstehenden Daten vom US-Arbeitsmarkt richtet, die die September-Entscheidung der Fed beeinflussen könnten.
Auch geopolitische Spannungen bleiben nach den erneuten Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran im Fokus. Dies hält die inflationsbedingten Risiken durch Energiepreise erhöht und untermauert damit weiter die Argumente für eine hawkische Haltung der großen Zentralbanken.
FX-Strategen bei OCBC sagen, ihr "Basisszenario bleibt, dass die RBA das Ende ihres Straffungszyklus erreicht hat." Sie weisen jedoch darauf hin, dass "ein stärker als erwarteter CPI-Wert und robuste Haushaltsausgaben das Risiko einer weiteren Zinserhöhung am Leben gehalten haben", was zu einer deutlichen Verschiebung in der Marktpreisbildung geführt hat. "Nach diesen Veröffentlichungen preisten die Märkte bis Ende 2026 vollständig eine zusätzliche Zinserhöhung um 25 bp ein, gegenüber zuvor rund 55% Wahrscheinlichkeit."
Mit Blick nach vorn sagt OCBC: "Wir bleiben für AUD in den nächsten ein bis zwei Quartalen konstruktiv gestimmt, gestützt durch seinen attraktiven Carry und die Aussicht auf weitere chinesische geldpolitische Stimuli."
Auf dem australischen Wirtschaftskalender stehen in dieser Woche die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal sowie die S&P-Global-EMI-Umfragen für August an. Auch der RatingDog-EMI Chinas für August steht im Fokus, wobei die Veröffentlichung besonders wichtig ist, da China Australiens größter Handelspartner ist.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.