EUR/CAD legt nach zwei Verlusttagen zu und notiert während der europäischen Handelsstunden am Montag um 1,6120. Händler beobachten aufmerksam weitere Richtungsimpulse von Deutschlands vorläufigem Verbraucherpreisindex (VPI) und den harmonisierten Verbraucherpreisindex-(HVPI)-Inflationsdaten, die im Laufe des Tages veröffentlicht werden sollen.
Strategen bei BNY Mellon heben hervor, dass sich das geldpolitische Umfeld für die EZB-Bullen zunehmend schwieriger gestaltet, und merken an, dass "die Chancen gegen die Bullen stehen, da in der kommenden Woche wichtige Inflationsveröffentlichungen in Deutschland und der gesamten Eurozone anstehen." Sie weisen darauf hin, dass jüngste "positive Überraschungen in Frankreich und Spanien die Bullen bestätigt haben," was die Argumente für eine weitere Straffung untermauert. Vor diesem Hintergrund fügt BNY Mellon hinzu, dass "die OIS-Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 97% für eine Zinserhöhung auf der September-Sitzung signalisieren," was unterstreicht, wie deutlich Anleger zusätzliche EZB-Maßnahmen bereits vor den bevorstehenden VPI-Daten eingepreist haben.
Ökonomen bei Rabobank weisen darauf hin, dass die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze in der Eurozone für Juli am Freitag eine moderate Verbesserung zeigen dürfte, wobei die Daten "sich von einem Rückgang im Juni erholen dürften." Sie warnen jedoch, dass "der zugrunde liegende Trend weiterhin schwach bleibt, da die Haushalte mit einem verlangsamten realen Lohnwachstum konfrontiert sind," was den anhaltenden Druck auf die Verbrauchernachfrage unterstreicht. Die Bank verweist zudem auf bevorstehende Äußerungen von Philip Lane von der EZB in Dublin, betont jedoch, dass "er –bis dahin–, da die Ruhephase der EZB vor der Zinsentscheidung begonnen hat, möglicherweise keine aktuellen geldpolitischen Themen ansprechen wird," was den Spielraum für neue geldpolitische Signale vor der nächsten Sitzung begrenzt.
Trotz möglicher Aufwärtsdynamik für das EUR/CAD-Paar könnte das Aufwärtspotenzial begrenzt bleiben, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar von steigenden Rohölpreisen Unterstützung erhält. Die Ölmärkte legten nach Aussagen der Islamischen Revolutionsgarde Irans (IRGC) zu, wonach ein abtrünniger Supertanker in der Straße von Hormus Feuer gefangen habe, nachdem er entlang der südlichen Passage der Wasserstraße zwei Seeminen getroffen hatte.
IRGC-Vertreter erklärten, das Schiff habe versucht, die Meerenge illegal zu durchqueren, sprachen eine scharfe Warnung aus und bekräftigten, dass sich der gesamte Schiffsverkehr bei der Durchfahrt durch das Gebiet strikt an die iranischen Vorschriften halten müsse.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.