AUD/USD macht nach leichten Verlusten am Vortag wieder Boden gut und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag bei rund 0,7060. Das Paar legt zu, da der Australische Dollar (AUD) vor der Zinsentscheidung der Reserve Bank of Australia (RBA) im weiteren Tagesverlauf stärker bleibt.
Es wird allgemein erwartet, dass die RBA den Official Cash Rate (OCR) am Dienstag bei 4,35% bei der zweiten Sitzung in Folge unverändert lässt. Die Entscheidung wird um 04:30 GMT bekannt gegeben, begleitet von der Monetary Policy Statement (MPS) und aktualisierten Wirtschaftsprognosen. Anschließend folgt um 05:30 GMT die Pressekonferenz von RBA-Gouverneurin Michele Bullock.
Strategen bei Societe Generale heben hervor, dass AUD/USD eine bemerkenswerte technische Widerstandsfähigkeit gezeigt hat, und stellen fest, dass das Paar "im Juni den 200-DMA verteidigt hat und seither auf dem täglichen Zeitchart eine Reihe höherer Hochs und höherer Tiefs gebildet hat, was den Beginn eines kurzfristigen Aufwärtstrends unterstreicht." Dieses Muster untermauert einen konstruktiven kurzfristigen Ton für den Aussie gegenüber dem USD, wobei die Bank die sich entwickelnde Preisstruktur als wichtiges Signal für ein verbessertes Momentum hervorhebt.
Das Währungspaar AUD/USD wertet auf, da der US-Dollar (USD) nach einem schwächer als erwarteten Payrolls-Bericht für Juli Gegenwind erfährt. Die schwachen Arbeitsmarktdaten lösten eine dovishe Verschiebung der Markterwartungen aus und brachten ein zweiseitiges geldpolitisches Risiko zurück in einen Markt, der zuvor erwartet hatte, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze strikt unverändert lassen würde.
Die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, erklärte, dass die Federal Reserve mehr als eine Zinserhöhung vornehmen müsse, um die sich ausweitende Inflation erfolgreich einzudämmen. In einem Interview mit Yahoo Finance argumentierte Hammack, dass die aktuellen Zinssätze noch nicht "spürbar restriktiv" genug seien, um den wirtschaftlichen Druck zu dämpfen.
Nachdem sie bereits bei der geldpolitischen Sitzung im Juli für eine sofortige Zinserhöhung gestimmt hatte, verwies Hammack auf den anstehenden Verbraucherpreisindex-Bericht (CPI) als nächsten entscheidenden Test für die geldpolitische Ausrichtung der Zentralbank.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.