TradingKey – Am 10. August US-Ostküstenzeit hat OpenAI laut CNBC einen Aktienrückkauf im Gesamtwert von rund 7 Milliarden US-Dollar aus eigenen Unternehmensmitteln abgeschlossen. Dies ermöglicht aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern, ihre Anteile bei einer Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar zu verkaufen, im Gegensatz zu früheren Finanzierungsrunden durch externe Investoren.
Verkäufe über den Zweitmarkt sind zu einem festen Bestandteil der Pre-IPO-Strategie von OpenAI geworden. Das Unternehmen schloss im Jahr 2024 eine Rückkaufvereinbarung im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar ab und führte im vergangenen Oktober ein Tender-Angebot über 6,6 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar durch. Die Vorbereitungen für diesen Rückkauf in Höhe von 7 Milliarden US-Dollar begannen nach dem Abschluss einer rekordverdächtigen Finanzierungsrunde über 122 Milliarden US-Dollar im März dieses Jahres und dienen als Fortführung dieser Strategie.
Für das Unternehmen hilft dies, den Liquiditätsdruck auf die Aktienbeteiligungen der Mitarbeiter zu lindern. OpenAI hat im Juni vertraulich einen Antrag auf einen Börsengang bei der US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht, jedoch noch keinen offiziellen Zeitplan für die Börsennotierung bekannt gegeben.
Analysten weisen darauf hin, dass die Durchführung von Rückkäufen mit eigenen Mitteln anstelle von externer Finanzierung dazu beiträgt, das Aktionärsregister zu straffen und die Komplexität der Eigenkapitalstruktur vor dem Börsengang zu verringern. Zudem wird so vermieden, dass von externen Investoren festgelegte Preise als Referenz für die spätere Preisfindung beim Börsengang dienen, was dem Unternehmen eine größere Flexibilität während des offiziellen Bookbuilding-Prozesses sichert.
Seit der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 ist OpenAI rasch zu einem der am schnellsten wachsenden nicht börsennotierten Unternehmen der Welt aufgestiegen. Das bislang noch unprofitable Unternehmen steht jedoch weiterhin unter erheblichem finanziellem Druck. Laut öffentlichen Berichten wird für das Jahr 2026 ein Verlust von rund 14 Milliarden US-Dollar prognostiziert, und ein positiver Cashflow wird voraussichtlich erst im Zeitraum zwischen 2029 und 2030 erreicht werden.
Vor dem Hintergrund, dass sich KI-Riesen wie OpenAI und Anthropic für einen Börsengang rüsten, wird es ein entscheidender Test für diese Welle des KI-Investitionsbooms sein, ob die hohen Bewertungen des privaten Marktes auch vom öffentlichen Markt anerkannt werden.