Das Paar EUR/ USD verliert im frühen asiatischen Handel am Freitag auf fast 1,1515 an Boden. Der Euro (EUR) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) angesichts einer Risikoaversion und der Befürchtung eines größeren Krieges im Nahen Osten ab. Die vorläufige Veröffentlichung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für die Eurozone für Juli sowie der Michigan Consumer Sentiment Index werden später am Freitag veröffentlicht.
Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, sagte am Donnerstag laut dem Guardian, dass die Vereinigten Staaten (USA) für die Tötung iranischer Zivilisten den Preis zahlen werden.
Saudi-Arabien und 13 weitere Länder gaben die Gründung einer internationalen Koalition bekannt, um die Freiheit der Schifffahrt durch die Bab-al-Mandeb-Straße, das Rote Meer und den Golf von Aden zu sichern. Diese Entwicklungen schüren Sorgen über anhaltende Konflikte in der Region, die auf die Gemeinschaftswährung als risikoreichere Anlageklasse drücken.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juli am Freitag die Zinsen unverändert gelassen. Händler stellten die Frage, ob der neue Fed-Chef es mit der Eindämmung der Inflation ernst meinte. Dies wiederum könnte den Greenback belasten und dem Hauptwährungspaar Rückenwind verleihen.
Laut dem CME FedWatch-Tool preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 63,4% für eine Zinserhöhung in den USA im September ein, nach etwa 77% vor der Juli-Sitzung der Fed.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.