Die NZD/USD-Paarung dreht am zweiten Tag in Folge ins Minus, nachdem sie am Dienstag im asiatischen Handel moderat auf den Bereich von 0,5785 gestiegen war. Der Kassakurs wird derzeit um den Bereich von 0,5770-0,5765 gehandelt, knapp über dem Wochentief der vergangenen Woche, da der US-Dollar (USD) angesichts geopolitischer Unsicherheiten seinen bullishen Unterton beibehält.
Die USA haben ihre Bombardierungskampagne gegen den Iran nach rund zwei Wochen der Angriffe pausiert. Zudem sagte US-Präsident Donald Trump am Montag, die USA führten gute Gespräche mit dem Iran und es gebe eine Chance auf eine Lösung. Dies weckte Hoffnungen, die USA und den Iran wieder an den Verhandlungstisch zu bringen, doch der Optimismus verflog recht schnell, nachdem Saudi-Arabien, Jordanien und der Irak Drohnenangriffe meldeten. Außerdem warnte Trump, dass US-Angriffe wieder aufgenommen würden, falls die Verhandlungen keine Ergebnisse brächten, was dem sicheren Hafen USD half, seine jüngsten kräftigen Gewinne wieder näher an das Monatshoch zu verteidigen, was weiterhin auf das Paar NZD/USD drückt.
Händler scheinen sich jedoch davor zu hüten, vor der mit Spannung erwarteten zweitägigen FOMC-Sitzung, die später heute beginnt, aggressive Wetten einzugehen. Die US-Notenbank (Fed) wird ihre Entscheidung am Mittwoch bekannt geben und dürfte die Zinsen unverändert lassen. Daher wird der Fokus auf der begleitenden geldpolitischen Erklärung und der Pressekonferenz nach der Sitzung liegen. Anleger werden nach Hinweisen auf den künftigen geldpolitischen Kurs der Fed suchen, der den Greenback beeinflussen und das Paar NZD/USD antreiben wird. In der Zwischenzeit könnten sich die Erwartungen verfestigen, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) im September eine weitere Zinserhöhung vornehmen wird, was den neuseeländischen Dollar (NZD) stützen könnte.
Strategen bei Brown Brothers Harriman argumentieren, dass "eine über dem Ziel liegende Inflation und ein günstigerer inländischer Wachstumsausblick für weitere Zinserhöhungen der RBNZ sprechen, was den NZD stützt." Sie weisen darauf hin, dass die RBNZ bei ihrer Sitzung am 8. Juli den Official Cash Rate um 25 Basispunkte auf 2,50% angehoben und signalisiert habe, dass "weitere OCR-Erhöhungen bei den kommenden Sitzungen wahrscheinlich erscheinen." Als Ausdruck dieser hawkischen Tendenz heben BBH hervor, dass "die Swaps-Kurve bis zum Jahresende Zinserhöhungen um 60 Basispunkte und insgesamt eine Straffung um 100 Basispunkte in den nächsten zwölf Monaten auf 3,50% einpreist - nahe dem oberen Ende der von der RBNZ geschätzten neutralen Spanne (2,20%-4,10%)."
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.