Das Währungspaar EUR/GBP gewinnt am frühen Mittwochmorgen in der europäischen Handelssitzung an Dynamik und nähert sich der Marke von 0,8535. Händler erhöhen ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) und der Europäischen Zentralbank (EZB), da der Ölpreisanstieg die Inflationsängste neu entfacht. Die EZB-Politiker Fabio Panetta und Joachim Nagel werden später am Tag sprechen.
Die Wiedereinführung einer Blockade durch US-Präsident Donald Trump für iranische Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, sowie die Zahlungsforderung für alle anderen Frachtgüter haben ölgetriebene Inflationssorgen verstärkt. Am Dienstag teilte das US-Zentralkommando (CENTCOM) mit, dass es weitere Angriffe auf den Iran gestartet habe und dabei Dutzende militärische Ziele in der Nähe der Straße von Hormus und an den iranischen Küstengebieten getroffen habe.
Die Islamische Revolutionsgarde des Iran (IRGC) erklärte am Mittwoch, dass sie Einrichtungen angegriffen habe, die sie als Kommando- und Kontroll-, Logistik-, Treibstoff- und Militärausrüstungsanlagen der US-Fünften Flotte in Bahrain bezeichnete, so Reuters.
Händler rechnen nun vollständig mit einer Zinserhöhung der BoE um 25 Basispunkte (bps) bis September, gefolgt von einer weiteren vor Jahresende. Sie erwarten auch, dass die EZB die Zinsen im September um eine Viertelpunkt anhebt, wobei eine weitere Erhöhung bis Jahresende so gut wie sicher ist, so Bloomberg.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Zentralbank weiterhin strikt datenabhängig bleibt. Der offizielle geldpolitische Bericht stellte ausdrücklich fest, dass die Zinserhöhung im Juni weder eine garantierte Folge noch eine garantierte Einmalmaßnahme sei. Am Mittwoch sagte EZB-Ratsmitglied Martin Kocher, dass die Zentralbank bereit sei, geldpolitische Maßnahmen jederzeit umzusetzen, wenn dies notwendig ist.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.