Das GBP/USD-Paar verliert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag an Boden und notiert bei rund 1,3240. Eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) stützt den US-Dollar (USD) gegenüber dem Britischen Pfund (GBP). Die US-ADP-Beschäftigungsdaten und die US Nonfarm Payrolls (NFP) werden später in dieser Woche im Fokus stehen.
Die US-Zentralbank entschied sich auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni, die Zinssätze unverändert zu lassen, doch die Entscheidungsträger erwarten angesichts wachsender Inflationssorgen über dem 2%-Ziel der US-Zentralbank noch in diesem Jahr eine Zinserhöhung. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Händler nun eine fast 60%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed bis September ein.
Die Händler werden weitere Hinweise aus den US-Beschäftigungsdaten für Juni ziehen, die Aufschluss über die geldpolitische Haltung der Fed geben könnten. Ökonomen prognostizieren für Juni einen Anstieg der Beschäftigung um 110.000 Stellen und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,3 % im gleichen Zeitraum.
Der Kandidat für die Führung der Labour Party und zukünftige Premierminister des Vereinigten Königreichs, Andy Burnham, erklärte am Montag, dass er im Falle einer Wahl ein Regierungsbüro in Manchester einrichten würde. Das Büro soll No. 10 North heißen und zum „Nervenzentrum“ eines reformierten Großbritanniens werden.
Keir Starmer sah sich letzte Woche politischem Druck ausgesetzt und kündigte seinen Rücktritt als Vorsitzender der regierenden Labour Party an. Der Zeitplan zur Wahl eines Nachfolgers könnte dazu führen, dass Burnham bereits am 17. Juli Premierminister wird, sofern kein anderer Herausforderer auftritt.
Ökonomen erwarten, dass die Bank of England (BoE) ihren Leitzins bis zum Jahresende bei 3,75 % hält, nach vorherigen Pausen, so Reuters.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.