Das Paar EUR/USD handelt am Dienstag im frühen europäischen Handel mit leichten Verlusten um 1,1425. Der US-Dollar (USD) legt gegenüber dem Euro (EUR) angesichts einer Risikoaversion und einer hawkischen Haltung der Federal Reserve (Fed) leicht zu. Die Händler werden später am Dienstag die vorläufigen Daten des Einkaufsmanager-Index (PMI) aus Deutschland, der Eurozone und den Vereinigten Staaten (US) beobachten.
Die Händler positionieren sich auf eine hawkischere Fed unter der Führung des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. In der vergangenen Woche entschied die US-Notenbank, ihren Leitzins unverändert zwischen 3,50 % und 3,75 % zu belassen. Warsh erklärte während der Pressekonferenz, dass die „Preisniveaustabilität“ das Leitprinzip der Fed sein werde.
Die Märkte haben laut dem CME FedWatch Tool eine fast 89%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember eingepreist, nach 61 % vor der FOMC-Sitzung in der vergangenen Woche.
Unterdessen könnte die Unsicherheit rund um das US-Iran-Friedensabkommen den Greenback als sichere Hafenwährung stärken. Der US-Vizepräsident JD Vance sagte am Montag, dass der Iran nach Verhandlungen in der Schweiz zugestimmt habe, nukleare Beobachter ins Land zu lassen. Teheran bestritt jedoch, neue Verpflichtungen eingegangen zu sein.
Washington wird laut einem Beamten des US-Außenministeriums eine weitere Verhandlungsrunde ab Dienstag vermitteln, um die Kämpfe im Süden Libanons zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah und Israel zu beenden.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.