Das Paar AUD/USD gewinnt im frühen asiatischen Handel am Donnerstag an Stärke und notiert bei rund 0,7025. Der Optimismus im Zusammenhang mit dem US-iranischen Friedensabkommen bietet einigen Rückhalt für risikoreichere Anlagen wie den australischen Dollar (AUD) gegenüber dem US-Dollar (USD). Der Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung in den USA wird später am Tag veröffentlicht.
US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Masoud Pezeshkian unterzeichneten am späten Mittwoch elektronisch ein Memorandum of Understanding, um den Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu beenden, so Reuters. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif erklärte, das US-iranische Abkommen trete nach der Unterzeichnung durch beide Seiten „sofort in Kraft“.
Washington und Teheran werden voraussichtlich am Freitag in Genf das MOU formell unterzeichnen. Positive Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Friedensabkommen könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback schwächen und Gegenwind für das Paar erzeugen.
Andererseits könnten hawkische Signale der US Federal Reserve (Fed) helfen, die Verluste des USD zu begrenzen. Das Federal Open Market Committee (FOMC) stimmte am Mittwoch einstimmig dafür, den Leitzins für Übernachtkredite bei seiner geldpolitischen Sitzung im Juni unverändert in einer Spanne von 3,5 % bis 3,75 % zu belassen.
Der Federal Funds Rate befindet sich seit der Zinssenkung der US-Notenbank um drei Viertel Prozentpunkte im späteren Verlauf des Jahres 2025 auf diesem Niveau.
Auf der Aussie-Front entschied die Reserve Bank of Australia (RBA) nach Abschluss ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni am Dienstag, den Leitzins (Official Cash Rate - OCR) unverändert bei 4,35 % zu belassen. Dies ist eine Pause nach drei aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte (bps) zu Beginn dieses Jahres.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.