Das Pfund fällt während der nordamerikanischen Sitzung stark, da die Federal Reserve die Zinsen unverändert lässt, der „Dot-Plot“ jedoch auf eine gespaltene Zentralbank hindeutet, wobei die Hälfte der achtzehn im „Dot-Plot“ berichteten Punkte höhere Zinsen erwartet, was den Greenback stärkte. Das Währungspaar GBP/USD handelt volatil innerhalb der Spanne von 1,3350 bis 1,3400 und liegt 0,52 % im Minus.
In der Erklärung strich die Fed die Formulierungen zur Forward Guidance, was Kevin Warshs ersten geldpolitischen Führungsstil markiert. Die Fed erkannte an, dass die Wirtschaft trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt weiterhin stark wächst, und stellte fest, dass der Arbeitsmarkt stabil bleibt, wobei die Arbeitslosenquote nahezu unverändert ist.
Darüber hinaus „bleibt die Inflation im Vergleich zum 2-Prozent-Ziel des Ausschusses erhöht, was teilweise auf Angebotsschocks zurückzuführen ist, die Preissteigerungen in bestimmten Sektoren, einschließlich Energie, verursacht haben. Der Ausschuss wird Preisstabilität gewährleisten.“
Die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP) zeigt, dass die Medianprognose für den Fed Funds Rate bei 3,8 % liegt, gegenüber 3,4 % im März. Es wird erwartet, dass die Wirtschaft bis Ende 2026 um 2,2 % wächst. Gleichzeitig wird der Kern-PCE, das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, mit 3,3 % prognostiziert, was 1,3 % über dem 2 %-Ziel der Fed liegt.

Das GBP/USD fiel auf ein Vier-Tage-Tief von 1,3351, bevor es etwas Erholung fand, doch die Händler bereiten sich auf die Pressekonferenz des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh vor. Sollte er sich dovish positionieren, ist eine Erholung in Richtung 1,3400 möglich, doch die Mehrheit des Federal Open Market Committee (FOMC) bevorzugt höhere Zinsen. Sollte Warsh dies bestätigen, steht ein Test der Marke von 1,3300 bevor.

Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.