Das Paar USD/JPY verliert im frühen europäischen Handel am Mittwoch an Boden und notiert nahe 160,25. Händler ziehen es vor, an der Seitenlinie zu bleiben, bis die US-Notenbank (Fed) unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh später am Mittwoch ihre Zinsentscheidung trifft.
Es wird allgemein erwartet, dass die Fed die Zinsen auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni unverändert lässt. Händler werden die Erklärung, die Wirtschaftsprognosen und die Pressekonferenz genau beobachten, um weitere Hinweise auf den US-Zinspfad im weiteren Jahresverlauf zu erhalten.
„Die Fed wird voraussichtlich eine neutrale Haltung für die Geldpolitik in der Zukunft signalisieren“, sagte Erik Weisman, Chefökonom und Portfoliomanager bei MFS Investment Management.
Am Dienstag erhöhte die Bank of Japan (BoJ) wie erwartet den Leitzins um 25 Basispunkte von 0,75 % auf 1,0 %. Dies ist der höchste Stand seit 1995. Die Entscheidung fiel zu einer Zeit, in der Japan mit einem schwachen JPY und einer ansteigenden Inflation zu kämpfen hatte, die teilweise auf den Iran-Krieg zurückzuführen ist.
„Obwohl die Pressekonferenz einige optimistische Signale hinsichtlich der Aussichten für die japanische Wirtschaft enthielt, bewegte sie die Markterwartungen zum Zeitpunkt der nächsten geldpolitischen Maßnahme der BoJ kaum“, sagte Jane Foley, Senior FX-Stratege bei Rabobank.
Händler sind wachsam gegenüber möglichen Interventionen der japanischen Behörden, um die angeschlagene Währung zu stützen. Analysten von MUFG erklärten, dass das Ausbleiben einer Aufwertung des japanischen Yen nach der Zinserhöhung den Druck auf die japanischen Behörden erhöht, erneut zu intervenieren.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.