NZD/USD verliert nach leichten Gewinnen am Vortag an Boden und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um 0,5850. Das Währungspaar wertete ab, da der neuseeländische Dollar (NZD) mit potenziellem Gegenwind im Handel zu kämpfen hatte. Das Office of the US Trade Representative identifizierte 54 Volkswirtschaften, darunter Neuseeland, die es versäumt haben, Waren, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden, wirksam zu verbieten, wodurch das Land einem potenziellen US-Zolltarif von 12,5 % ausgesetzt ist.
Der Abwärtsdruck des NZD wurde jedoch durch aggressive inländische Zinserwartungen nach einem hawkischen Ausblick der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) begrenzt. Die Märkte preisen derzeit eine 80%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Juli ein, zusammen mit geschätzten 75 Basispunkten kumulativer Straffung im Jahresverlauf, was drei Erhöhungen um je einen Viertelpunkt entspricht.
Unterdessen behauptete der US-Dollar (USD) seine feste Position, während Händler die laufenden Entwicklungen rund um ein mögliches US-iranisches Friedensabkommen zur Beendigung der jüngsten Feindseligkeiten bewerteten. Die Spannungen bleiben hoch, da der iranische Außenminister Abbas Araghchi warnte, dass die Straße von Hormus in den Hoheitsgewässern Irans und Omans liege und die US-Regionalstützpunkte als aktive Ziele für Vergeltungsmaßnahmen gelten.
Im Gegensatz dazu äußerte US-Präsident Donald Trump am frühen Mittwoch eine optimistische Einschätzung und erklärte, dass Iran kurz davor stehe, einen Friedensrahmen zu unterzeichnen, und dass ein Durchbruch am Wochenende möglich sei. Zur regionalen Komplexität trug bei, dass der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am Donnerstag bestätigte, dass Israel trotz eines Waffenstillstands militärische Operationen im Libanon fortsetzen werde, um die Rückkehr vertriebener Bewohner zu verhindern.
Der Greenback erhielt zudem Unterstützung von einem robusten inländischen Arbeitsmarkt, gestützt durch stärker als erwartete ADP-Beschäftigungszahlen im privaten Sektor für Mai sowie die zuvor in der Woche veröffentlichten JOLTS-Daten zu offenen Stellen.
Die Marktteilnehmer warten nun auf den bevorstehenden US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht, um neue Impulse zu erhalten. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft im Mai 85.000 neue Stellen geschaffen hat, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich bei 4,3 % stabil bleibt.
Positive Überraschungen oder Anzeichen weiterer Stärke am Arbeitsmarkt könnten Händler dazu veranlassen, darauf zu setzen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze länger auf einem höheren Niveau hält. Die Märkte preisen laut dem CME FedWatch Tool nun eine fast 42%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember ein.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.