USD/KRW setzt seine fünf Tage andauernde Gewinnserie fort und handelt am Freitag während der asiatischen Handelszeiten um 1.540, nachdem es 1.549 erreicht hatte – ein Niveau, das zuletzt im März 2009 gesehen wurde. Der südkoreanische Won setzt seinen Abwärtstrend fort, trotz ausdrücklicher Zusagen von Regierungsvertretern, die übermäßige Marktvolatilität einzudämmen.
Die anhaltende Schwäche des KRW verdeutlicht den starken Druck auf die Währung, da der geopolitische Konflikt mit Iran andauert, wobei steigende Ölpreise und festgefahrene Friedensgespräche eine weltweite Kapitalumschichtung vorantreiben.
Die südkoreanische Zentralbank hat eine bevorstehende Wende zu einer restriktiveren Geldpolitik zur Bekämpfung der steigenden Inflation signalisiert, während der Finanzminister des Landes zugesagt hat, gezielte Maßnahmen zur Stabilisierung des Devisenmarktes einzusetzen.
Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten Südkoreas bleiben bemerkenswert robust, auch wenn der Leistungsbilanzüberschuss im April 2026 auf 28,29 Milliarden US-Dollar zurückging. Obwohl dies unter dem leicht revidierten Allzeithoch von 37,93 Milliarden US-Dollar des Vormonats liegt, stellt die April-Zahl dennoch den zweitgrößten monatlichen Überschuss dar. Dieser leichte Rückgang im Monatsvergleich wurde hauptsächlich durch eine Verengung des Warenüberschusses auf 33,88 Milliarden US-Dollar gegenüber 35,68 Milliarden im März verursacht, obwohl die Ausfuhren mit einem Anstieg von 54,5 % im Jahresvergleich weiterhin außerordentlich stark blieben und damit den Importanstieg von 16,1 % deutlich übertrafen.
Gleichzeitig hat das Paar USD/KRW aufgewertet, da der US-Dollar auf den globalen Märkten eine feste Basis behält. Devisenhändler bewerten aktiv ein komplexes Geflecht von Entwicklungen rund um ein mögliches US-Iran-Friedensabkommen zur Beendigung der jüngsten Feindseligkeiten. Die Spannungen bleiben hoch, nachdem der iranische Außenminister Abbas Araghchi gewarnt hat, dass die strategische Straße von Hormus zu den Hoheitsgewässern Irans und Omans gehört und erklärte, dass die US-Militärbasen in der Region aktive Ziele für Vergeltungsmaßnahmen seien.
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.