USD/IDR handelt nahe dem Rekordhoch von 18.037, das am Mittwoch erreicht wurde. Der US-Dollar (USD) bleibt fest in der Offensive und treibt das Währungspaar nach oben, da eine scharfe Eskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten eine breite Welle der Nachfrage nach sicheren Häfen auslöst. Der Zusammenbruch der US-iranischen Friedensverhandlungen wurde durch den Abschuss ballistischer Raketen Irans auf die Nachbarländer Kuwait und Bahrain ausgelöst.
Nach Angaben von ABC News bestätigte das US-Zentralkommando (CENTCOM), dass es am Dienstag erfolgreich eine Reihe iranischer Raketen- und Drohnenangriffe abgefangen hat, während es gleichzeitig Vergeltungsschläge zur Selbstverteidigung auf der iranischen Insel Qeshm durchführte. Dieser eskalierende Konflikt erhöht die kritische Bedrohung einer längeren Schließung der Straße von Hormus, was die globalen Energiemärkte schwer stören, die Ölpreise in die Höhe treiben und den globalen Inflationsdruck neu entfachen könnte.
Die anhaltenden Inflationsängste haben die Erwartungen verstärkt, dass die Federal Reserve (Fed) ein erhöhtes Zinsniveau über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wird. Dieser geldpolitische Ausblick „höher für länger“ wird stark durch die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gestützt.
Der US ISM Manufacturing PMI für Mai 2026 stieg auf 54,0 von 52,7 in den vorangegangenen zwei Monaten und übertraf damit die Markterwartungen, was die stärkste Fabrikerweiterung seit Mai 2022 bedeutet. Da das makroökonomische Umfeld außergewöhnlich robust bleibt, beobachten globale Investoren nun aufmerksam den am Freitag anstehenden Nonfarm Payrolls-Bericht, um klarere Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Fed-Politik zu erhalten.
Die indonesische Rupiah (IDR) konnte keine nennenswerte Unterstützung aus den heimischen Fundamentaldaten ziehen und blieb daher sehr anfällig für die breit angelegte Stärke des Greenbacks. Die lokale Währung wurde stark durch die Daten zum Handelsüberschuss im April belastet, der auf den niedrigsten Stand seit 2020 schrumpfte und die wichtigen Dollarzuflüsse aus Exporten deutlich reduzierte. Diese schwächere Handelsposition überschattete vollständig die jüngsten Interventionen der indonesischen Regierung zur Stützung der Währung.
Trotz der aggressiven Bemühungen Jakartas, die inländische Dollarliquidität zu stärken, einschließlich der Einführung strengerer Regeln zur Einnahmerückhaltung für Exporteure und der Gründung eines neuen staatlichen Rohstoffhandelsunternehmens, hielt die breite Marktrisikovermeidung die Rupiah letztlich unter Druck.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.