EUR/USD gibt leicht nach, nachdem es sich am Vortag kaum bewegt hatte, und handelt während der asiatischen Handelszeiten am Mittwoch um 1,1630. Das Paar wertet ab, da der US-Dollar (USD) fest bleibt, angetrieben durch ins Stocken geratene US-Iran-Friedensverhandlungen und erneute Spannungen im Nahen Osten, die die Nachfrage nach sicheren Häfen weiterhin stützen.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) gab am Dienstag bekannt, dass es eine Reihe iranischer Raketen- und Drohnenangriffe auf Kuwait und Bahrain erfolgreich abgewehrt hat. Als Reaktion auf die regionale Aggression führten US-Streitkräfte laut ABC News auch Selbstverteidigungsschläge gegen militärische Ziele auf der iranischen Insel Qeshm durch.
Die Schließung der Straße von Hormus droht, die Energiepreise weiter in die Höhe zu treiben und den globalen Inflationsdruck zu verstärken, was die Erwartungen untermauert, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze über einen längeren Zeitraum auf einem erhöhten Niveau halten wird.
Der US ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im Mai 2026 auf 54, nach 52,7 in den vorangegangenen zwei Monaten, und übertraf die Prognosen, was die stärkste Fabrikexpansion seit Mai 2022 markiert. Die April-JOLTS-Daten zeigten, dass die offenen Stellen mit 7,6118 Millionen auf ein fast zweijähriges Hoch anstiegen, während die Entlassungen zurückgingen. Angesichts robuster Fertigungs- und Beschäftigungsdaten, die den Inflationsausblick verkomplizieren, warten die Anleger nun gespannt auf den Nonfarm Payrolls-Bericht am Freitag, um endgültige Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Geldpolitik zu erhalten.
Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone stieg im Mai im Jahresvergleich um 3,2 %, nach zuvor 3 % und entsprechend den Markterwartungen. Dieser anhaltende Inflationsdruck richtet den Fokus fest auf die bevorstehenden geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank.
Der Euro (EUR) könnte angesichts jüngster hawkischer Äußerungen von Mitgliedern der Europäischen Zentralbank (EZB) an Boden gewinnen. EZB-Politiker Olli Rehn stellte fest, dass die langfristigen Inflationserwartungen zwar verankert bleiben, eine Zinserhöhung im Juni jedoch als vorsorgliche „Versicherungsanhebung“ betrachtet werden sollte. Zudem wies der EZB-Mitglied Gediminas Simkus darauf hin, dass die Inflationserwartungen derzeit Niveaus widerspiegeln, die vor vier Jahren zu beobachten waren. Er betonte nachdrücklich die entscheidende Notwendigkeit, dass die Zentralbank rechtzeitig reagiert, um zu verhindern, dass sich weiterer Preisdruck verfestigt.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.