Das Paar AUD/USD verliert im asiatischen Handel am Freitag an Boden und notiert nahe 0,7140. Der Australische Dollar (AUD) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, da der Anstieg der australischen Arbeitslosenquote der australischen Zentralbank mehr Gründe gibt, eine weitere Zinserhöhung bei der Juni-Sitzung zu verschieben. Der Bericht zum Michigan Consumer Sentiment Index wird später am Freitag erwartet.
Die australische Arbeitslosenquote stieg im April auf 4,5 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende 2021. Der überraschende Anstieg dieser Zahl wird der Reserve Bank of Australia (RBA) mehr Gründe liefern, bei ihrer nächsten Sitzung im Juni von einer vierten Zinserhöhung abzusehen, da die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen in diesem Jahr stark reduziert haben. Swaps zeigten eine 11,7%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der nächsten RBA-Sitzung im Juni.
Trader wägen die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Abkommens zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten ab. Iranische Beamte erklärten am Donnerstag, dass noch kein Abkommen mit den USA erzielt wurde, die Differenzen jedoch verringert wurden. Dennoch erklärte der Oberste Führer der Islamischen Republik, Mojtaba Khamenei, dass die Urananreicherung Irans und die Kontrolle Teherans über die Straße von Hormus weiterhin zu den Streitpunkten gehören.
Unterdessen erklärte Marco Rubio, dass es „einige gute Anzeichen“ dafür gebe, dass ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges in Sicht sein könnte, fügte jedoch hinzu, dass er „nicht zu optimistisch sein wolle“.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.