Das Paar USD/CAD gewinnt im frühen europäischen Handel am Donnerstag an Stärke und nähert sich 1,3765. Der Kanadische Dollar (CAD) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, bedingt durch nachlassende inländische Inflationsdaten und fallende Rohölpreise. Die Händler werden die vorläufigen Daten des US-Einkaufsmanagerindex (EMI) für Mai beobachten, die im Laufe des Tages veröffentlicht werden.
Die kanadische Verbraucherpreisindex-Inflation (VPI) stieg im April auf 2,8 % YoY von 2,4 % im März, was hauptsächlich auf einen Anstieg der Benzinpreise zurückzuführen ist, nachdem der Iran-Krieg die globalen Rohölpreise stark ansteigen ließ. Dieser Wert erreichte das höchste Niveau seit zwei Jahren. Allerdings lag das Ergebnis unter den Markterwartungen von 3,1 %. Ein schwächer als erwarteter kanadischer Inflationsbericht könnte den CAD und den Greenback kurzfristig belasten.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, die USA seien in den „Endphasen“ mit dem Iran, was die Hoffnung stärkt, dass die Rohölversorgung bald wieder durch die Straße von Hormus fließen wird, so Bloomberg.
Optimismus hinsichtlich einer möglichen US-Iran-Vereinbarung könnte die Rohölpreise nach unten ziehen und den rohstoffgebundenen Loonie belasten. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutender Ölexporteur ist und niedrigere Rohölpreise in der Regel negative Auswirkungen auf den CAD haben.
Die Protokolle der April-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC), die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigten, dass eine Mehrheit der Federal Reserve (Fed)-Vertreter warnte, die Zentralbank müsse wahrscheinlich Zinserhöhungen in Betracht ziehen, falls die Inflation weiterhin hartnäckig über ihrem Ziel von 2 % bleibe.
Die Protokolle hoben die zunehmende Besorgnis unter den Fed-Vertretern über inflationsbedingte Druckfaktoren hervor, die durch den Iran-Krieg verstärkt werden. Die hawkische Haltung der US-Notenbank könnte den USD gegenüber dem CAD stärken.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.