Das Paar AUD/USD findet während der asiatischen Sitzung am Freitag nahe der Marke von 0,7200 etwas Unterstützung, hat jedoch Schwierigkeiten, nennenswerte Kursgewinne zu erzielen, da anhaltende geopolitische Unsicherheiten bestehen. Dennoch bleiben die Spotpreise in Schlagdistanz zum höchsten Stand seit Juni 2022, der am Mittwoch erreicht wurde, da Händler gespannt auf die Veröffentlichung der vielbeachteten monatlichen US-Arbeitsmarktdaten warten.
Der Optimismus hinsichtlich eines möglichen US-iranischen Friedensabkommens und der Deeskalation des Konflikts schwindet recht schnell im Zuge erneuter Feindseligkeiten mit dem Iran in der Straße von Hormus. Tatsächlich teilte das US-Militär mit, dass es iranische Angriffe auf drei amerikanische Kriegsschiffe abgefangen habe, die durch die strategische Wasserstraße fuhren. Zuvor hatte der Iran die USA beschuldigt, den Waffenstillstand durch Angriffe auf mehrere Ziele in und um die Straße verletzt zu haben. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht, was dem sicheren Hafen US-Dollar (USD) hilft, die Gewinne des Vortags zu bewahren, und als Gegenwind für das Paar AUD/USD wirkt.
Der Australische Dollar (AUD) zieht jedoch weiterhin etwas Unterstützung aus der hawkischen Tendenz der Reserve Bank of Australia (RBA). Tatsächlich deutete die Zentralbank Anfang dieser Woche an, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und schloss weitere Straffungen nicht aus. Im Gegensatz dazu haben Anleger ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026 angesichts des jüngsten Rückgangs der Rohölpreise zurückgeschraubt. Die divergierenden geldpolitischen Aussichten von RBA und Fed begrenzen wiederum eine nennenswerte USD-Aufwertung und erfordern Vorsicht, bevor man auf fallende Kurse beim Paar AUD/USD setzt.
Händler scheinen ebenfalls zurückhaltend und blicken nun auf den US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht, der während der nordamerikanischen Sitzung für einen bedeutenden Impuls sorgen könnte. Der offizielle Bericht wird voraussichtlich zeigen, dass die US-Wirtschaft im April 62.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, was einen deutlichen Rückgang gegenüber 178.000 im Vormonat darstellt. Die Arbeitslosenquote wird jedoch voraussichtlich stabil bei 4,3 % bleiben. Der Fokus wird auch auf den durchschnittlichen Stundenlöhnen liegen, die die Erwartungen an die Fed beeinflussen könnten. Dies wird wiederum eine Schlüsselrolle bei der Nachfrage nach dem USD spielen und kurzfristige Handelsmöglichkeiten rund um das Paar AUD/USD schaffen.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.