Das Paar EUR/USD zieht am Mittwoch während der asiatischen Handelsstunden einige Käufer an und notiert um 1,1720, gestützt durch eine verbesserte Risikostimmung. US-Präsident Donald Trump sagte, dass Project Freedom und die Schiffsbewegungen durch die Straße von Hormus pausiert hätten. Die Händler bereiten sich auf den US-Bericht zum ADP-Beschäftigungswandel später am Mittwoch vor, der neue Impulse geben könnte.
The Guardian berichtete am Dienstag, dass Trump sagte, Iran und die USA hätten sich gegenseitig darauf geeinigt, dass die US-Blockade „in vollem Umfang bestehen bleibt“, Project Freedom jedoch pausiert werde. Trump fügte hinzu, dass diese Maßnahme dazu diene, zu prüfen, ob ein Abkommen zwischen den beiden Ländern finalisiert und unterzeichnet werden könne. Bereits am Dienstag erklärte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran trotz Angriffen in der Straße von Hormus in Kraft sei.
Die Händler werden die Entwicklungen rund um den Waffenstillstand zwischen den USA und Iran genau beobachten. Jegliche Anzeichen einer Entspannung der Spannungen im Nahen Osten könnten risikoreichere Anlagen wie den Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar (USD) stützen.
Die Europäische Kommission erklärte am Dienstag, dass der Handelsbeauftragte der Europäischen Union (EU) die USA aufgefordert habe, die im letztjährigen EU-US-Handelsabkommen vereinbarten Zölle schnell wiederherzustellen. Die Kommission fügte hinzu, dass es vorteilhaft wäre, wenn die Hauptbedingungen dieses Abkommens vor dessen einjährigem Jubiläum Ende Juli in Kraft wären.
Maros Sefcovic besuchte am Dienstag den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer in Paris. Trumps Drohung, die Zölle auf EU-Autos und -Lkw auf 25 % anzuheben, gehört laut Reuters zu den Hauptanliegen der EU.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.