Der Goldpreis (XAU/USD) notiert im frühen asiatischen Handel am Mittwoch im positiven Bereich nahe 4.575 USD. Das Edelmetall steigt leicht an, während die Märkte die Entwicklungen im Iran-Krieg abwägen. Händler werden den US-Bericht zum ADP-Beschäftigungswandel, der später am Mittwoch veröffentlicht wird, genau beobachten.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am Dienstag, dass der Waffenstillstand mit dem Iran nicht beendet sei, obwohl sich die USA und der Iran im Golf gegenseitig beschossen, während sie um die Kontrolle der Straße von Hormus rangen. Der US-Dollar (USD) schwächt sich nach dieser Meldung ab, was dem in USD notierten Rohstoffpreis etwas Unterstützung bietet.
Die Unsicherheit im Nahen Osten bleibt jedoch hoch nach einem Tag mit Zusammenstößen von Schiffen in der Straße von Hormus und Raketenangriffen auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die VAE erklärten am Dienstag, dass sie auf Raketen- und Drohnenbedrohungen reagieren und fast alle der etwa 20 am Vortag vom Iran abgefeuerten Geschosse abgefangen haben. Der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus könnte den Aufwärtstrend des Goldpreises begrenzen.
Händler werden die US-Arbeitsmarktdaten für April am Freitag genau verfolgen. Dieser Bericht könnte die Zinserwartungen und die nächste größere Bewegung des Goldpreises beeinflussen. Der Marktkonsens erwartet, dass die US-Wirtschaft im April 60.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich unverändert bei 4,3 % bleibt.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.