Das Paar USD/CAD tritt nach dem Erreichen eines neuen Tiefs seit dem 11. März während der asiatischen Sitzung am Freitag in eine rückläufige Konsolidierungsphase ein und handelt derzeit um die Marke von 1,3575. Dennoch bleiben die Kassapreise auf Kurs, um Verluste für die vierte Woche in Folge zu verzeichnen.
Die Rohölpreise stoppen den Rückzug vom Vortag von einem fast vierwöchigen Hoch angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten aufgrund der festgefahrenen US-Iran-Friedensgespräche. Tatsächlich lehnte US-Präsident Donald Trump einen iranischen Vorschlag ab, die Straße von Hormus zu öffnen und die Blockade aufzuheben, während er nukleare Fragen auf eine spätere Phase verschob. Trump sagte weiter, dass er den Iran unter einer Marineblockade halten werde, bis das Regime einem Abkommen zustimmt, das die US-Bedenken hinsichtlich seines Atomprogramms adressiert.
Darüber hinaus deuten Berichte darauf hin, dass die USA neue Militärschläge gegen den Iran in Erwägung ziehen, was als Rückenwind für das schwarze Gold wirkt. Dies wiederum dürfte den rohstoffgebundenen Loonie stützen und das Paar USD/CAD nach unten ziehen. Unterdessen erholt sich der US-Dollar (USD) leicht nach dem nächtlichen Einbruch auf ein eineinhalb Wochen tiefes Niveau angesichts der Pattsituation zwischen den USA und Iran sowie des hawkischen Kurses der Federal Reserve (Fed). Dies bietet dem Währungspaar etwas Unterstützung und hilft, den Abwärtsdruck zu begrenzen.
Die Entscheidung der Fed am Mittwoch, den Leitzins unverändert bei 3,50 %–3,75 % zu belassen, führte dazu, dass drei Entscheidungsträger gegen den akkommodierenden Ton in der geldpolitischen Erklärung stimmten. Hinzu kommt, dass der vorläufige US-BIP-Bericht am Donnerstag auf eine anhaltende wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit hinwies, während der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) zeigte, dass die Inflation im März beschleunigte. Die Daten bestätigen die Wetten, dass die Fed die Zinsen unverändert lassen könnte, und stützen den USD.
Die Händler preisen jedoch weiterhin eine geringe Möglichkeit ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis Ende dieses Jahres senken wird. Diese Erwartungen halten die USD-Bullen auf dem Rückfuß, was vor einer Positionierung für eine bedeutende Erholung des USD/CAD-Paares Vorsicht gebietet. Die Händler blicken nun auf die Veröffentlichung des US ISM-EMI für das verarbeitende Gewerbe, um vor dem Wochenende neuen Schwung zu erhalten.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.