AUD/USD handelt am Dienstag mit einer leichten positiven Tendenz, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar (USD), da erneute Hoffnungen auf US-Iran-Gespräche den Greenback belasten und die Nachfrage nach risikosensitiven Währungen wie dem australischen Dollar (AUD) anheben. Zum Zeitpunkt der Erstellung notiert das Paar bei rund 0,7132, dem höchsten Stand seit dem 12. März.
Die Anleger bleiben optimistisch, dass die Vereinigten Staaten (US) und Iran noch eine Einigung erzielen könnten, was die Ölpreise nach unten drückt, unmittelbare Inflationsrisiken mindert und den Druck auf die Zentralbanken, insbesondere die Federal Reserve (Fed), verringert, die Geldpolitik zu straffen. Gleichzeitig haben schwächer als erwartete US-Daten zum Erzeugerpreisindex (EPI) den Abwärtsdruck auf den US-Dollar verstärkt. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert bei rund 98,00, dem niedrigsten Stand seit dem 2. März.
Im Gegensatz dazu sorgt ein relativ hawkisher Ausblick der Reserve Bank of Australia (RBA) angesichts weiterhin hartnäckiger Inflation weiterhin für eine grundlegende Unterstützung des australischen Dollars.

Aus technischer Sicht zeigt das Tages-Chart eine breitere bullishe Struktur bei AUD/USD, wobei die Kurse nach einer Erholung vom März-Tief nahe 0,6833, das eng mit dem 100-Tage-SMA übereinstimmt, wieder über den 50-Tage Simple Moving Average (SMA) gestiegen sind.
Der 50-Tage-SMA bei rund 0,7033 dreht nach oben und liegt komfortabel über dem 100-Tage-SMA bei etwa 0,6874, was einen konstruktiven mittelfristigen Trend bestätigt und den breiteren Aufwärtstrend intakt hält.
Der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) bei rund 63 bewegt sich im bullischen Bereich, ohne jedoch extreme überkaufte Bedingungen anzuzeigen, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) Indikator nach oben gedreht hat und über die Nulllinie gekreuzt ist, wobei auch die Histogrammbalken positiv werden, was darauf hindeutet, dass die Käufer weiterhin die Kontrolle haben.
Auf der Unterseite wird die erste Unterstützung beim 50-Tage-SMA nahe 0,7033 gesehen. Dieses Niveau ist besonders wichtig, da es knapp über der psychologischen Marke von 0,7000 liegt und ein kurzfristiges Unterstützungscluster bildet. Ein Bruch unter diese Zone könnte den zuletzt durchbrochenen Bereich um 0,6920 freilegen, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei etwa 0,6874.
Auf der Oberseite zielen die Käufer auf einen Ausbruch über die Zone 0,7150-0,7170 ab, die die Gewinne seit Anfang Februar begrenzt hat. Ein nachhaltiger Anstieg über diese Barriere könnte den Weg in Richtung der psychologischen Marke von 0,7200 und darüber hinaus öffnen.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.