Das Pfund Sterling legt zu, da Händler optimistisch hinsichtlich einer möglichen Lösung des US-Iran-Konflikts bleiben. Gleichzeitig schwächt sich der US-Dollar angesichts eines heißen US-Inflationsberichts ab, der die Prognosen für einen höheren Wert verfehlte. Das GBP/USD notiert nahe 1,3590 und gewinnt 0,61%.
Am Dienstag trieb die Geopolitik weiterhin die Kursentwicklung. Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten, dass die USA und der Iran sich auf die Wiederaufnahme der Gespräche vorbereiten, so TASS und NBC, die sagten, dies könnte bereits diese Woche geschehen. Unterdessen sagte ein hochrangiger US-Beamter laut Fox News, dass „heute viel passiert und morgen die USA und der Iran alle Zutaten für ein Abkommen haben, aber es noch nicht alles da ist“.
Dies belastete die Flucht in den sicheren Hafen des Greenbacks, wie der US Dollar Index (DXY) zeigt. Der DXY, der die Performance des Dollars gegenüber einem Korb von sechs Währungen misst, liegt 0,34% niedriger bei 98,03 und damit nahe einem Sechs-Wochen-Tief.
Erwähnenswert ist, dass die positive Korrelation zwischen WTI und dem Greenback letzteren untergräbt. Weitere Verhandlungen im Nahen Osten drücken den WTI-Preis nach unten, der Kontrakt liegt am Tag 4,50% tiefer bei 93,50 USD pro Barrel.
Unterdessen verfehlte der US-Erzeugerpreisindex (PPI) im März die Schätzungen und stieg um 4% statt der erwarteten 4,6%, während der Kern-PPI ohne volatile Komponenten mit 3,6% im Jahresvergleich leicht über dem Vorwert von 3,5% lag.
Zuvor stieg der 4-Wochen-Durchschnitt der ADP-Beschäftigungsveränderung um 39,25K, nach 26K in der Vorwoche, was einen widerstandsfähigen Arbeitsmarkt unterstreicht.
Nick Rees, Leiter der Makroforschung bei Monex Europe, erwartet, dass das GBP/USD unterdurchschnittlich abschneidet, da Händler sich wieder auf innenpolitische Themen im Vereinigten Königreich konzentrieren.
„Wir haben Anfang Mai die Kommunalwahlen, und wir glauben nicht, dass die Märkte oder viele Politiker wirklich erfasst haben, wie schlecht diese für die Labour-Partei sein könnten“, sagte Rees.
Im Vorfeld werden Händler Reden von Zentralbankern der Bank of England und der Federal Reserve beobachten. Wirtschaftsdaten werden bis Donnerstag erwartet, angeführt vom britischen BIP. In den USA richten Händler ihr Augenmerk auf die Arbeitslosenantragsdaten.
Im Tageschart notiert GBP/USD bei 1,3572. Das Paar hält sich über dem Cluster der 50-, 100- und 200-Tage Simple Moving Averages (SMAs) um 1,3429, was eine konstruktive kurzfristige Tendenz verstärkt, da Käufer die jüngste Erholung verteidigen. Der Kurs bleibt innerhalb der breiteren kontrahierenden Struktur, die durch die steigende Unterstützung und die absteigende Widerstandslinie definiert wird, während der jüngste Anstieg vom SMA-Boden auf Kaufinteresse bei Rücksetzern hindeutet, trotz vorheriger Begrenzungen unter der Abwärtstrendlinie.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand nahe dem früheren Unterstützungs-Trendlinienbruch bei etwa 1,3812, gefolgt von der absteigenden Widerstandslinie, die bei 1,3869 beginnt. Auf der Unterseite befindet sich die unmittelbare Unterstützung im Bereich von 1,3572, wobei das SMA-Cluster um 1,3429 eine wichtigere Nachfragzone darstellt; ein Tagesschlusskurs unterhalb dieser Region würde den bullischen Ton abschwächen und eine tiefere Korrektur innerhalb der breiteren Handelsspanne eröffnen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.