AUD/JPY hält nach Gewinnen am vorherigen Handelstag den Boden und bewegt sich während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag um 110,50. Das Währungspaar bleibt im positiven Bereich, da der japanische Yen (JPY) angesichts der Unsicherheit rund um die geldpolitische Haltung der Bank of Japan (BoJ) schwächer wird.
Ein hochrangiger BoJ-Vertreter signalisierte letzte Woche, dass die Zentralbank die Zinsen weiter anheben wird, wenn der wirtschaftliche Ausblick intakt bleibt, und behält trotz Umfragen, die auf zunehmenden Druck auf Unternehmen durch höhere Treibstoffkosten im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten hinweisen, eine restriktive Haltung bei. Die Händler sind jedoch unsicher, ob die BoJ vor ihrer geldpolitischen Sitzung am 28. April eine klare Forward Guidance geben wird.
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte am Dienstag, dass sich die Finanzminister und Zentralbankchefs der G7 darauf geeinigt haben, dass volatile Ölpreise erhebliche Schwankungen an den Finanz- und Devisenmärkten verursachen. Sie fügte hinzu, dass die Behörden die Kosten für die Fortsetzung der Treibstoffsubventionen zur Stabilisierung der Benzinpreise noch nicht geschätzt haben. Es gebe keine Bedenken hinsichtlich der aktuellen Ölbestände, jedoch bleibe Unsicherheit bezüglich der Unterstützung der Partner in Südostasien. Die Entscheidungsträger prüfen alle Szenarien, einschließlich optimistischer und pessimistischer Aussichten für die Ölbestände.
Der Australische Dollar (AUD) bewegt sich nach der Veröffentlichung der australischen S&P Global Einkaufsmanagerindex (EMI)-Daten kaum gegenüber seinen wichtigsten Handelspartnern. Der saisonbereinigte S&P Global Australia Services PMI lag im März bei 46,3 und fiel damit deutlich von 52,8 im Februar. Die Kontraktion der Aktivität war erheblich und markierte den stärksten Rückgang seit November 2023. Gleichzeitig sank der Composite PMI im März auf 46,6 von 52,4 im Februar, was auf eine Kontraktion der Geschäftstätigkeit im privaten Sektor zum ersten Mal seit achtzehn Monaten hinweist.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.