Der Indische Rupie (INR) legt im Eröffnungshandel am Dienstag gegenüber dem US-Dollar (USD) leicht zu. Das Paar USD/INR gibt auf rund 93,00 nach, wird jedoch voraussichtlich in einer Spanne gehandelt, da Anleger vor dem Ultimatum des US-Präsidenten Donald Trump an den Iran, die Straße von Hormus entweder wieder zu öffnen oder mit brutalen Konsequenzen zu rechnen, abwartend bleiben. Die Frist endet am Dienstag, 7. April, um 20:00 Uhr Eastern Time (ET), was Mittwoch, 05:30 Uhr IST entspricht.
Am Wochenende warnte US-Präsident Trump über einen Beitrag auf Truth.Social, dass Washington iranische Kraftwerke und Brücken bombardieren werde, falls die Straße von Hormus nicht vor Ablauf der Frist wieder geöffnet wird.
Unterdessen signalisieren Äußerungen aus dem Iran, dass man nicht zurückweichen werde, und drohte mit Gegenschlägen auf die regionale US-Infrastruktur und deren Verbündete. Ein Berater des Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, dass „Trump etwa 20 Stunden Zeit habe, sich entweder dem Iran zu ergeben, oder seine Verbündeten würden in die Steinzeit zurückkehren“.
Marktteilnehmer befürchten, dass eine neue Eskalation im andauernden Konflikt die Ölpreise steigen lassen würde, ein Szenario, das für den Indischen Rupie ungünstig ist, da das Land 88%-89% seines inländischen Energiebedarfs durch Ölimporte deckt.
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten haben das Interesse ausländischer Investoren am indischen Aktienmarkt gedämpft. Ausländische institutionelle Investoren (FIIs) verkaufen weiterhin ihre Anteile am indischen Aktienmarkt und haben in den ersten drei Handelstagen im April Anteile im Wert von 26.429,45 Crore Rupien abgestoßen.
Im Inland wird der nächste wichtige Auslöser für den Indischen Rupie die geldpolitische Entscheidung der Reserve Bank of India (RBI) am Mittwoch sein. Die RBI wird voraussichtlich den Leitzins unverändert bei 5,25 % belassen, da höhere Energiepreise die Inflationserwartungen weltweit angetrieben haben.
Da von der RBI erwartet wird, den Status quo beizubehalten, werden Anleger besonders auf Kommentare der indischen Zentralbank zum Ausblick für Inflation, Wirtschaftswachstum und wichtige Leitzinsen achten.
In den USA werden die Protokolle der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) vom März am späten Mittwoch veröffentlicht. In der Sitzung hatte die Fed beschlossen, die Zinssätze im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % unverändert zu lassen und erklärt, dass „höhere Energiepreise die Inflation kurzfristig ansteigen lassen werden“.

USD/INR gibt im Eröffnungshandel am Dienstag auf rund 93,00 nach. Die kurzfristige Tendenz erscheint neutral, da das Paar nahe dem 20-Tage exponentiell gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 92,95 handelt, der Aufwärtsbewegungen begrenzt. Der Gesamtrend bleibt bullisch, da die Struktur aus höheren Hochs und höheren Tiefs noch nicht gebrochen ist.
Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) fällt aus dem bullischen Bereich über 60,00 in die Zone 40,00-60,00, was signalisiert, dass das Momentum nachgelassen hat, die bullische Tendenz jedoch intakt bleibt.
Die erste Unterstützung liegt am Hoch vom 9. März bei 92,35, wobei ein Tagesschluss unter diesem Niveau den Weg zum Tief vom 5. März bei 91,35 öffnen würde. Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand am Hoch vom 2. April bei 93,66; ein Ausbruch über dieses Niveau würde den bullischen Trend bestätigen und die Chancen erhöhen, dass der Preis das Allzeithoch von 95,22 zurückerobert.
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.