Das Paar USD/CHF gewinnt im frühen europäischen Handel am Dienstag nahe 0,7990 an Stärke. Der Greenback legt gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) zu, da sich die Divergenz in der Geldpolitik zwischen der US-Notenbank (Fed) und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ausweitet. Die US-Auftragseingänge für langlebige Güter und der ADP-Beschäftigungsbericht werden später am Dienstag veröffentlicht.
Die Händler werden die Entwicklungen rund um die Frist von US-Präsident Donald Trump für Iran, einen Friedensvertrag zu schließen, genau beobachten. Trump sagte am Montag, dass der jüngste Vorschlag für einen US-Waffenstillstand mit Iran „nicht gut genug“ sei. Er drohte damit, iranische Kraftwerke und Brücken ins Visier zu nehmen, falls die strategische Wasserstraße nicht wieder geöffnet wird, und setzte eine genaue Frist bis Dienstag, 20 Uhr Eastern Time (Mittwoch 00:00 GMT).
Die Aufmerksamkeit bleibt fest auf der Straße von Hormus gerichtet, einer wichtigen Route für den Ölfluss aus dem Nahen Osten, wobei der US-Präsident darauf besteht, dass jede Vereinbarung den ungehinderten Transit durch die Wasserstraße garantieren muss.
Unterdessen veranlassen die stark gestiegenen Rohölpreise aufgrund von Versorgungsunterbrechungen die Händler, ihre Erwartungen an US-Zinssenkungen zu reduzieren, was den US-Dollar (USD) stärkt. Die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, erklärte am Montag, dass eine Zinserhöhung angemessen wäre, wenn die Inflation über dem Ziel von 2 % bleibt.
Auf Schweizer Seite stieg die Inflationsrate im März auf das schnellste Tempo seit einem Jahr, da die Energieversorgungsknappheit infolge des Kriegs im Nahen Osten die Heizölkosten anheizte. Die höhere Schweizer Inflation hat den Druck auf die SNB verringert, zu negativen Zinssätzen zurückzukehren.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.