GBP/USD handelt am Donnerstag zum Zeitpunkt der Niederschrift um 1,3300, ein Tagesplus von 0,28%, gestützt durch eine leicht positive Marktreaktion auf die geldpolitische Entscheidung der Bank of England (BoE).
Die Bank of England beließ ihren Leitzins auf der März-Sitzung unverändert bei 3,75%, wie erwartet, doch die einstimmige Abstimmung aller neun Mitglieder des Monetary Policy Committee (MPC) überraschte die Märkte, die mit einer gewissen Unterstützung für eine Zinssenkung gerechnet hatten. Die Entscheidung wird als leicht hawkisch eingestuft, insbesondere da die Zinserwartungen für dieses Jahr nach der Ankündigung nach oben revidiert wurden.
In ihrer Erklärung hebt die Zentralbank die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten hervor, der die Energiepreise nach oben treibt und voraussichtlich die Inflation in den kommenden Quartalen steigen lässt. Interne Prognosen gehen von einer Inflation um 3% im zweiten Quartal und bis zu 3,5% im dritten Quartal aus, deutlich über dem Zielwert von 2%. Die BoE betont jedoch, dass das Wachstum schwach bleibt, mit einem geschätzten Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 0,1% und 0,2% im ersten Quartal, was das Gleichgewicht zwischen der Unterstützung der Wirtschaft und der Bekämpfung der Inflation erschwert.
Der Gesamtton spiegelt eine Pause im Lockerungszyklus wider, wobei die Entscheidungsträger es vorziehen, das Ausmaß und die Dauer des Energieschocks zu bewerten, bevor sie die Politik anpassen. BoE-Gouverneur Andrew Bailey signalisiert, dass die Wirtschaft noch über Kapazitäten verfügt, was darauf hindeutet, dass der Inflationsdruck teilweise eingedämmt werden könnte, wenn die Nachfrage gedämpft bleibt.
Gleichzeitig verfolgt die Federal Reserve (Fed) ebenfalls eine abwartende Haltung, da die Zentralbank die Zinsen am Mittwoch im Bereich von 3,50% bis 3,75% beließ und gleichzeitig signalisierte, dass Inflationsrisiken bestehen bleiben. Vorsitzender Jerome Powell betonte die Notwendigkeit weiterer Fortschritte bei der Inflation, bevor Zinssenkungen in Betracht gezogen werden, und bekräftigte damit die Erzählung eines länger anhaltend höheren Zinsniveaus.
Diese vorsichtige Haltung auf beiden Seiten des Atlantiks begrenzt starke Richtungsbewegungen bei GBP/USD. Die leicht hawkische Überraschung aus Großbritannien, kombiniert mit stabilen, aber weiterhin restriktiven Erwartungen in den USA, bietet dem Pfund Sterling (GBP) kurzfristig eine moderate Unterstützung in einem von geopolitischen und energiebedingten Unsicherheiten geprägten Umfeld.
Die Bank of England (BoE) trifft ihre Zinsentscheidung am Ende jeder ihrer acht regulären Sitzungen pro Jahr. Verfolgt die BoE einen restriktiven (hawkischen) Kurs in Bezug auf die Inflation und hebt die Zinsen an, wird das in der Regel als positiv (bullish) für das britische Pfund (GBP) gewertet. Umgekehrt gilt: Eine lockere (dovishe) Haltung mit gleichbleibenden oder sinkenden Zinssätzen wird meist als negativ (bearish) für das GBP interpretiert.
Mehr lesenLetzte Veröffentlichung: Do März 19, 2026 12:00
Häufigkeit: Unregelmäßig
Aktuell: 3.75%
Prognose: 3.75%
Vorher: 3.75%
Quelle: Bank of England
Die Zinssätze werden vom geldpolitischen Ausschuss (Monetary Policy Committee, MPC) der Bank of England festgelegt. Dieser bestimmt den Zinssatz, der nach Einschätzung des Ausschusses notwendig ist, um das Inflationsziel der BoE zu erreichen. Der MPC besteht aus neun Mitgliedern: dem Gouverneur, drei stellvertretenden Gouverneuren, dem Chefökonomen der Bank sowie vier externen Mitgliedern, die vom Finanzminister ernannt werden. Investoren achten genau auf das Abstimmungsverhalten der einzelnen Mitglieder, um abzuschätzen, wie einheitlich die Entscheidung ausgefallen ist.
Mehr lesenLetzte Veröffentlichung: Do März 19, 2026 12:00
Häufigkeit: Unregelmäßig
Aktuell: 9
Prognose: 7
Vorher: 5
Quelle: Bank of England