EUR/USD erholt sich am Mittwoch teilweise von seinem vorherigen Rückgang, da der US-Dollar (USD) leicht von den Tageshöhen nachgibt und dem Euro (EUR) vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) um 18:00 GMT moderate Unterstützung bietet.
Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt das Paar um 1,1518, nachdem es während der europäischen Handelszeit kurz unter die Marke von 1,1500 gefallen war.
Früher am Tag fand der Greenback Unterstützung nach Berichten über einen Angriff auf das iranische South Pars-Gasfeld, was frischen Stress auf die bereits erschütterten Energiemärkte inmitten des anhaltenden Konflikts zwischen den USA und Israel mit dem Iran ausübte. Die jüngste Eskalation hat die Inflationssorgen verstärkt und die Erwartungen angeheizt, dass die Fed die Kreditkosten länger hoch halten wird.
Zur gleichen Zeit verstärkten stärkere als erwartete US-Erzeugerpreisindex (PPI)-Daten diese Sichtweise. Der PPI stieg im Februar um 0,7% gegenüber dem Vormonat, nach 0,3% im Januar und über der Prognose von 0,5%, während die jährliche Rate von 2,9% auf 3,4% anstieg. Der Kern-PPI übertraf ebenfalls die Erwartungen und stieg um 0,5% gegenüber dem Vormonat und um 3,9% im Jahresvergleich.
Angesichts der neuesten Entwicklungen sind die Renditen der US-Staatsanleihen gestiegen, was den US-Dollar stützt. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, handelt bei etwa 99,77, ein Plus von 0,22% im Tagesverlauf.
Unterdessen zeigten die Händler eine gedämpfte Reaktion auf die Inflationsdaten der Eurozone. Der Kern-Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HICP) stieg um 0,8% gegenüber dem Vormonat, unverändert seit Januar, während die jährliche Kernrate bei 2,4% stabil blieb, im Einklang mit den Markterwartungen.
Der Haupt-HICP erhöhte sich um 0,6% im Monatsvergleich, leicht unter den 0,7%, die im Januar verzeichnet wurden, während die jährliche Rate unverändert bei 1,9% blieb und den Prognosen entsprach.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die geldpolitische Ankündigung der Fed, wobei die Zentralbank allgemein erwartet wird, die Zinssätze für ein zweites aufeinanderfolgendes Treffen unverändert bei 3,50%-3,75% zu belassen. Da die Entscheidung weitgehend eingepreist ist, werden die Händler sich auf die zukünftige Leitlinie von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell konzentrieren, um Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Geldpolitik zu erhalten.
Bedenken hinsichtlich ölgetriebener Inflation haben in den letzten Wochen zu einer scharfen Neubewertung der Erwartungen an Zinssenkungen geführt. Bevor die Spannungen im Nahen Osten ausbrachen, rechneten die Märkte mit mindestens zwei Zinssenkungen im Jahr 2026. Diese Aussicht hat sich jedoch seitdem verschoben, da die Händler nun erwarten, dass die Zinsen länger unverändert bleiben und nicht einmal vollständig eine einzige Zinssenkung um 25 Basispunkte einpreisen.
Der Fokus wird auch auf die aktualisierte Zusammenfassung der wirtschaftlichen Projektionen (SEP) gerichtet, insbesondere auf den Dot Plot, um zu sehen, ob die Fed ihre frühere Prognose von einer Zinssenkung im Jahr 2026 beibehält oder sich in Richtung einer restriktiveren Haltung bewegt.
Inflation misst die Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen. Der Anstieg wird in der Regel als prozentuale Veränderung zum Vorjahresmonat oder Vorquartal ausgewiesen. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Lebensmittel und Energie ausschließt, ist der Maßstab, an dem sich Zentralbanken orientieren, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst die Preisentwicklung eines Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum. Er wird in der Regel als prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat (MoM) und zum Vorjahresmonat (YoY) ausgedrückt. Der Kern-CPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, steht im Fokus der Zentralbanken. Wenn der Kern-CPI über 2 % steigt, führt dies in der Regel zu Zinserhöhungen, und umgekehrt, wenn er unter 2 % fällt. Höhere Zinssätze sind in der Regel positiv für eine Währung, da sie zu Kapitalzuflüssen führen.
Entgegen der Intuition kann hohe Inflation den Wert einer Währung steigern, da Zentralbanken in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Dies lockt internationale Investoren an, die von höheren Renditen profitieren möchten.
Gold galt lange als sicherer Hafen in Zeiten hoher Inflation, da es seinen Wert behielt. In jüngerer Zeit hat sich dies jedoch verändert. Zwar wird Gold in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen genutzt, doch hohe Inflation führt oft dazu, dass Zentralbanken die Zinssätze anheben. Dies belastet Gold, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen erhöhen. Niedrigere Zinsen hingegen machen Gold wieder attraktiver.