Gold (XAU/USD) fällt am Mittwoch um mehr als 2,20%, da die Spannungen im Nahen Osten steigen und die US-Inflation ansteigt, was die Federal Reserve von einer Lockerung der Geldpolitik abhalten könnte. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei 4.878 USD gehandelt, nachdem es ein Tageshoch von 5.016 USD erreicht hat.
Die Preisbewegung zeigt, dass das gelbe Metall unter Druck steht, da es unter den 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.961 USD gefallen ist. Im Gegensatz dazu stieg der US-Dollar-Index (DXY), der die Leistung des Dollars gegenüber sechs anderen Währungen misst, um 0,29% auf 99,84, was auf seine enge Korrelation mit den Ölpreisen zurückzuführen ist.
Bevor die Wall Street öffnete, gab Israel einen Angriff auf die Anlagen des iranischen Pars-Gasfeldes bekannt. Dies führte zu einer Reaktion Teherans, das drohte, die Infrastruktur des Feindes anzugreifen und warnte, dass Energieanlagen "in den kommenden Stunden" ins Visier genommen würden. Dieses Ereignis ließ den Western Texas Intermediate (WTI), den US-Rohöl-Benchmark, um 0,72% auf 96,64 USD pro Barrel steigen.
Der US-Wirtschaftskalender wies den Erzeugerpreisindex (PPI) für Februar aus, der heißer als erwartet ausfiel und die Chancen auf eine Zinssenkung der Federal Reserve im Jahr 2026 verringert. Der PPI im Februar stieg um 3,4% im Jahresvergleich, verfehlte die Prognose und den Wert von 2,9% im Januar. Der Kern-PPI, der volatile Posten ausschließt, sprang im gleichen Zeitraum von 3,5% auf 3,9% im Jahresvergleich.
Nach den Daten scheinen die Geldmärkte weniger überzeugt, dass die Fed die Zinsen im Jahr 2026 überhaupt senken wird. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts preisen die Swap-Märkte 18,5 Basispunkte an Lockerungen bis zum Ende des Jahres ein, angeheizt durch hohe Energiepreise, die durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöst wurden.

In letzter Zeit zeigten die Fabrikaufträge für Januar Schwäche und stiegen um 0,1% im Monatsvergleich, nachdem im Vormonat ein nach oben revidierter Rückgang von -0,4% verzeichnet wurde, berichtete das US-Handelsministerium.
In der Zukunft bereiten sich die Händler auf die geldpolitische Ankündigung der Federal Reserve vor. Die US-Notenbank wird voraussichtlich die Zinsen stabil halten, während sie ihre wirtschaftlichen Prognosen für das Jahr mitteilt. Die Anleger werden auch besonders auf das "Dot-Plot" achten, das zeigt, wie die Fed-Vertreter die Zinsbewegungen prognostizieren.
Nach der Veröffentlichung werden die Augen der Händler auf der Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell liegen.
Das technische Bild von Gold bleibt bullish, aber kurzfristig hat der Bruch des 50-Tage-SMA die Tür zu einem Fall unter 4.900 USD geöffnet.
Der Momentum, gemessen am Relative Strength Index (RSI), zeigt, dass die Bären etwas an Schwung gewinnen, da er weiterhin tief in den überverkauften Bereich fällt.
Für eine bullische Fortsetzung müssen die Goldkäufer den 50-Tage-SMA bei 4.961 USD überwinden, bevor sie die 5.000 USD-Marke testen. Wenn dieser durchbrochen wird, wäre der nächste Interessensbereich die 5.100 USD-Marke, gefolgt vom Hoch vom 10. März bei 5.238 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.