Das GBP/USD-Paar zieht zum dritten Mal in Folge Verkäufer an und erreicht während der asiatischen Sitzung am Donnerstag ein frisches Wochen-Tief im Bereich von 1,3370. Die Kassapreise erholen sich jedoch in der letzten Stunde um einige Pips und handeln derzeit um die Marke von 1,3400, was einem Rückgang von weniger als 0,15% im Tagesverlauf entspricht.
Da es keine signifikanten Anzeichen für ein Ende der andauernden Feindseligkeiten im Nahen Osten gibt, profitiert der US-Dollar (USD) von der globalen Flucht in sichere Häfen und übt weiterhin Druck auf das GBP/USD-Paar aus. Tatsächlich gab das Islamische Revolutionsgarden-Korps (IRGC) des Iran bekannt, dass es eine gemeinsame Operation mit der Hisbollah im Libanon gegen Ziele in Israel, Jordanien und Saudi-Arabien gestartet hat. Dies folgt auf die intensivsten US-israelischen Bombardierungen des Iran am Dienstag und markiert eine weitere Eskalation des militärischen Konflikts zwischen den israelisch-US-amerikanischen Streitkräften und dem Iran.
Unterdessen lösten Berichte über Angriffe auf zwei Tanker im nördlichen Persischen Golf nahe Irak und Kuwait einen neuen Anstieg der Rohölpreise aus. Dies wiederum bedroht die Inflationsprognose und bleibt unterstützend für einen weiteren Anstieg der US-Staatsanleiherenditen, was dem USD zusätzlichen Auftrieb verleiht. Der am Mittwoch veröffentlichte US-Verbraucherpreisindex (CPI) deutete jedoch auf Anzeichen moderaten Preiswachstums hin, was die Tür für weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve (Fed) offen hält. Dies begrenzt den Aufwärtstrend des USD und bietet Unterstützung für das GBP/USD-Paar.
Darüber hinaus hält die Neubewertung der Zinserwartungen der Bank of England (BoE) die Händler davon ab, aggressive bärische Wetten auf das Britische Pfund (GBP) zu platzieren. Tatsächlich wurden Wetten auf drei Zinssenkungen durch die BoE nun durch eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis Ende dieses Jahres ersetzt. Der hawkishe Ausblick trägt wiederum dazu bei, die Verluste des GBP/USD-Paares zu begrenzen und rechtfertigt Vorsicht, bevor man sich auf eine Ausweitung des moderaten Rückgangs dieser Woche aus der Nähe der psychologischen Marke von 1,3500 positioniert.
Die Händler warten nun auf die Rede von BoE-Gouverneur Andrew Bailey, um später heute einen Impuls zu erhalten, vor der monatlichen BIP-Veröffentlichung des Vereinigten Königreichs und dem US-Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Freitag. Der Fokus wird jedoch weiterhin auf den geopolitischen Entwicklungen liegen, angesichts der Bedenken über den kriegsbedingten Anstieg des Inflationsdrucks, der die geldpolitische Ausrichtung der Zentralbanken beeinflussen und Volatilität auf den Finanzmärkten erzeugen könnte.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.