West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Donnerstag während der frühen asiatischen Handelsstunden bei rund 92,65 USD gehandelt. Der WTI-Preis steigt am Tag um über 6,5%, da frische Angriffe auf Schiffe im Hormuskanal die Ängste vor Lieferunterbrechungen verschärfen.
Der Krieg zwischen dem Nachbarn Iran und den USA sowie Israel eskaliert, was die Ölpreise in die Höhe treibt. Reuters berichtete, dass drei weitere Schiffe im Hormuskanal von Geschossen getroffen wurden. Damit erhöht sich die Zahl der in der Region getroffenen Schiffe seit Beginn des Iran-Kriegs auf mindestens 14.
Analysten sagten, dass der Vorschlag der Internationalen Energieagentur (IEA) für eine Rekordfreigabe von Ölreserven unzureichend sei, um diese Sorgen zu lindern. Die IEA kündigte am Mittwoch die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl an, die größte Maßnahme dieser Art in ihrer Geschichte, um die Energiepreise zu dämpfen. Der Zeitrahmen für die Freigabe wird zu gegebener Zeit festgelegt.
Darüber hinaus plant US-Präsident Donald Trump, 172 Millionen Barrel aus der US-Notfallölreserve freizugeben, als Teil der koordinierten Anstrengungen von Nationen weltweit, um die steigenden Rohöl- und Benzinpreise im Zuge des Iran-Kriegs zu senken.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.