Der Euro (EUR) gibt am Mittwoch gegenüber dem US-Dollar (USD) nach, da der Greenback angesichts der vorsichtigen Marktstimmung, die durch den laufenden US-Iran-Krieg ausgelöst wird, gut unterstützt bleibt. Der USD erhielt zusätzliche Unterstützung, nachdem die US-Inflationsdaten den Prognosen entsprachen, was die Erwartungen verstärkt, dass die Federal Reserve (Fed) eine vorsichtige Geldpolitik beibehalten wird, da die Inflation weiterhin über dem Ziel von 2% liegt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt EUR/USD um 1,1569 und schwebt knapp über dem fast viermonatigen Tief, das zu Beginn dieser Woche erreicht wurde, während es am Tag etwa 0,36% verliert.

Aus technischer Sicht bleibt EUR/USD in einem anhaltenden Abwärtstrend, nachdem es am 27. Januar bei 1,2082 seinen Höchststand erreicht hat, dem höchsten Niveau seit Juni 2021. Seitdem hat das Paar eine klare Abfolge von niedrigeren Hochs und niedrigeren Tiefs etabliert, was den anhaltenden Verkaufsdruck verdeutlicht.
Die kurzfristige Tendenz ist bärisch, da der Kurs unter dem sanft abflachenden 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei etwa 1,1696 bleibt, was darauf hindeutet, dass die Verkäufer die Kontrolle behalten.
Die Momentum-Indikatoren neigen ebenfalls negativ. Der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) ist auf 33 gefallen und nähert sich dem überverkauften Bereich, was auf schwaches Momentum hinweist.
Die MACD-Linie bleibt unter ihrer Signallinie und unter der Nulllinie mit einem negativen Histogramm. Obwohl die roten Histogrammbalken sich zusammenziehen, bleibt das Momentum nach unten gerichtet.
Gleichzeitig signalisiert der Average Directional Index (ADX) nahe 29, dass sich die Trendbedingungen verstärken, was darauf hindeutet, dass sich die aktuelle bärische Bewegung weiterhin verstärken könnte.
Auf der Abwärtsseite wird die unmittelbare Unterstützung nahe der psychologischen Marke von 1,1500 gesehen, die eng mit dem Tief von Montag übereinstimmt. Ein entscheidender Bruch unterhalb dieser Zone könnte die Tür für eine Bewegung in Richtung 1,1450 öffnen, gefolgt von 1,1400.
Auf der Oberseite könnte 1,1650 als erster Widerstand vor dem 100-Tage-SMA nahe 1,17 fungieren, der die Erholungsversuche begrenzen könnte. Ein täglicher Schlusskurs über 1,1700 wäre erforderlich, um die aktuelle bärische Tendenz zu entkräften und den Fokus auf den Widerstandsbereich von 1,1800-1,1825 zu verschieben.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.