Der Kanadische Dollar (CAD) hat am Montag Schwierigkeiten, die Gewinne gegenüber dem US-Dollar (USD) auszubauen, da ein starker Rückgang der Ölpreise auf den rohstoffgebundenen Loonie drückt, während der Greenback unter Druck steht.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt USD/CAD nahe 1,3570 und verringert einen Teil seiner früheren Verluste, nachdem es auf ein Tages-Tief von etwa 1,3525 gefallen ist.
Kanada ist ein wichtiger Ölexporteur und sehr empfindlich gegenüber Schwankungen der globalen Ölpreise. Schätzungen von Scotiabank deuten darauf hin, dass ein anhaltender Öl-Schock das kanadische BIP im nächsten Jahr um etwa 0,5% steigern könnte, basierend auf der geschätzten Auswirkung eines Anstiegs der West Texas Intermediate (WTI)-Preise um 10 USD pro Barrel.
Da sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausweitet und weiterhin die Ölströme durch die Straße von Hormuz stört, eröffnete WTI die Woche mit einer bullischen Lücke und stieg kurzzeitig auf etwa 113 USD pro Barrel, bevor es stark von den Höchstständen zurückfiel. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt WTI nahe 91,40 USD pro Barrel.
Der Rückgang erfolgt nach Berichten, dass die G7-Länder eine koordinierte Freigabe von Ölreserven über die Internationale Energieagentur (IEA) diskutieren, um die Versorgungsängste zu lindern.
Trotz des intraday Rückzugs bleiben die Ölpreise aufgrund anhaltender Störungen der Ölströme durch die Straße von Hormuz hoch. Während höhere Ölpreise tendenziell die Wachstumsaussichten Kanadas und den rohstoffgebundenen Loonie unterstützen, besteht auch das Risiko, den Inflationsdruck weltweit zu verstärken.
Vor diesem Hintergrund wird von der Bank of Canada (BoC) erwartet, dass sie einen abwartenden Ansatz verfolgt und vorerst eine stabile Politik beibehält, während sie die potenziellen inflationsfördernden Auswirkungen höherer Energiepreise überwacht.
Jenseits der Grenze preisen die Märkte zunehmend ein, dass die Federal Reserve (Fed) länger auf der Stelle treten wird, und haben die Erwartungen an kurzfristige Zinssenkungen zurückgefahren. Laut dem CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im Juni bei 35,3%, gegenüber etwa 50% vor einem Monat, während die Chancen auf eine Senkung bis Juli bei etwa 41,2% liegen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Beschäftigungsdaten Kanadas, die am Freitag veröffentlicht werden und die endgültige Einschätzung der Arbeitsmarktsituation vor der geldpolitischen Entscheidung der BoC im März liefern werden. In den USA wird der Fokus auf den Verbraucherpreisindex (CPI) am Mittwoch und den Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) am Freitag liegen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.