EUR/GBP hält sich während der frühen europäischen Sitzung am Donnerstag positiv bei 0,8715. Politische Risiken im Vereinigten Königreich (UK) drücken das Pfund Sterling (GBP) gegenüber dem Euro (EUR) nach unten. Händler werden die Rede von Christine Lagarde, der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), später am Donnerstag im Auge behalten.
Der Wahlkreis Gorton und Denton in Manchester wird am Donnerstag eine Sonderwahl abhalten, um einen vakanten Parlamentssitz zu besetzen. Dieses Ereignis wird als großer Test für den britischen Premierminister Keir Starmer angesehen, angesichts interner Unzufriedenheit in der Partei und niedriger Zustimmungswerte.
„Eine schwere Niederlage für die regierende Labour-Partei könnte Spekulationen über die Labour-Führung neu entfachen und erneut auf das Pfund drücken“, sagte der FX-Strategist von ING, Francesco Pesole.
Die Inflation in der Eurozone hat sich im Januar auf 1,7% YoY verringert und erreicht damit einen 16-Monats-Tiefstand. Dieser Bericht hat die Erwartungen geschürt, dass die EZB eine zurückhaltendere Haltung einnehmen könnte, was den EUR gegenüber dem GBP belasten könnte.
Händler warten am Freitag auf die vorläufige Lesung des Verbraucherpreisindex (VPI) aus Deutschland, um weitere Hinweise auf das Tempo zukünftiger geldpolitischer Lockerungen zu erhalten. Jegliche Anzeichen für eine kühlere Inflation in Deutschland könnten kurzfristig zusätzlichen Verkaufsdruck auf den EUR ausüben.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.