Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl bleibt nach zwei Verlusttagen stabil und wird während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag um 65,40 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise halten sich stabil angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran, die potenzielle Versorgungsunterbrechungen bedrohen.
Die Märkte beobachten genau die dritte Runde der US-Iran-Atomgespräche in Genf am Donnerstag. US-Präsident Donald Trump warnte kürzlich vor möglichen militärischen Maßnahmen, falls die Verhandlungen scheitern, während der Iran erklärte, dass US-Militärbasen im Nahen Osten als legitime Ziele betrachtet würden, was Bedenken über einen breiteren regionalen Konflikt aufwirft.
Laut Reuters bemerkten Analysten der ING Group, dass das Ergebnis der Gespräche entscheidend für die Ölpreise sein wird. Ein konstruktives Abkommen könnte zu einer schrittweisen Auflösung des geschätzten geopolitischen Risikoaufschlags von 10 USD pro Barrel führen, der derzeit in den Markt eingepreist ist.
Allerdings bleiben die Ölgewinne durch Überangebotsbedenken begrenzt. Daten der Energy Information Administration (EIA) zeigten, dass die Veränderung der US-Rohölbestände in der letzten Woche um 15,989 Millionen Barrel gestiegen ist, der größte wöchentliche Anstieg seit Februar 2023, nach einem vorherigen Rückgang von 9,014 Millionen Barrel. Zusätzlicher Druck entsteht durch Saudi-Arabien, das sich den höchsten Rohölexportniveaus seit fast drei Jahren nähert, und den Iran, der die Beladung von Tankern beschleunigt.
In der Zwischenzeit gab das US-Finanzministerium bekannt, dass es Unternehmen die Beantragung von Lizenzen zur Wiederveräußerung von venezolanischem Öl an den privaten Sektor Kubas erlauben würde, eine Maßnahme, die dazu beitragen könnte, die schweren Treibstoffengpässe der Insel zu lindern.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.