USD/CAD stabilisiert sich zum zweiten Mal in Folge und pendelt während der asiatischen Handelsstunden am Freitag um 1,3700. Das Paar bleibt gedämpft, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung von höheren Ölpreisen erhält, was den stärkeren US-Dollar (USD) ausgleicht. Bemerkenswert ist, dass Kanada der größte Ölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist und etwa 60 % der gesamten US-Rohölimporte liefert.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 66,50 USD pro Barrel. Der Benchmark-WTI bleibt nahe einem Sechs-Monats-Hoch von 66,82 USD, das im Laufe des Tages erreicht wurde, unterstützt durch steigende Versorgungsängste im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran.
Die BBC berichtete, dass US-Präsident Donald Trump warnte, dass Iran eine Vereinbarung treffen müsse oder "schlechte Dinge" zu befürchten habe, während die Bedrohung militärischer Maßnahmen über den fragilen nuklearen Verhandlungen schwebt. Iran seinerseits informierte UN-Generalsekretär Antonio Guterres, dass es keinen Konflikt suche, aber auf militärische Aggressionen reagieren werde.
Der Greenback erhält weiterhin Unterstützung nach den hawkischen Protokollen des Federal Open Market Committee (FOMC), die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Die Protokolle der FOMC-Sitzung im Januar belebten die Spekulationen über mögliche Zinserhöhungen, falls die Inflation anhält. Während nahezu alle politischen Entscheidungsträger eine Beibehaltung der Zinssätze befürworteten, sprachen sich nur wenige für eine Senkung aus, und die Beamten signalisierten Offenheit für eine Lockerung, wenn die Inflation wie erwartet abkühlt.
Darüber hinaus unterstützten stärkere als erwartete US-Wirtschaftszahlen den US-Dollar. Das US-Arbeitsministerium (DOL) berichtete am Donnerstag, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 14. Februar bei 206K lagen, ein Rückgang von den revidierten 229K der Vorwoche und unter der Markterwartung von 225K.
Händler werden voraussichtlich die vorläufige Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das vierte Quartal (Q4) und die Daten zu den persönlichen Verbrauchsausgaben (PCE) später am Freitag beobachten.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.