Das Währungspaar GBP/USD verlängert seinen wöchentlichen Abwärtstrend am Freitag zum fünften Mal in Folge und rutscht näher an ein fast einmonatiges Tief, das am Vortag erreicht wurde. Die Kassakurse notieren während der asiatischen Sitzung am Freitag unterhalb der Marke von 1,3400 und scheinen anfällig für einen weiteren Rückgang, da die Händler nun auf wichtige makroökonomische Daten aus den USA für neuen Schwung warten.
Der Bericht über das vorläufige US-Vierquartals-BIP sowie der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) werden später heute veröffentlicht und werden auf weitere Hinweise zum Zinssenkungspfad der US-Notenbank (Fed) untersucht. Dies wird wiederum eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der kurzfristigen Kursdynamik des US-Dollars (USD) spielen. In der Zwischenzeit helfen reduzierte Wetten auf eine aggressivere Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank dem USD, sich nahe seines höchsten Niveaus seit dem 23. Januar zu behaupten, was sich als entscheidender Faktor für den Druck auf das Währungspaar GBP/USD erweist.
Unterdessen setzt das Pfund Sterling (GBP) seine relative Underperformance fort, da die Akzeptanz wächst, dass die Bank of England (BoE) die Kreditkosten bei ihrer nächsten Sitzung im März senken wird. Die Erwartungen wurden durch den enttäuschenden Arbeitsmarktbericht aus dem Vereinigten Königreich angeheizt, der zeigte, dass die Arbeitslosenquote in den drei Monaten bis Dezember auf 5,2% gestiegen ist und auf eine Verlangsamung des Lohnwachstums hinweist. Darüber hinaus fiel die Verbraucherinflation im Vereinigten Königreich auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr, was die dovishen Wetten auf die BoE untermauert.
Abgesehen davon könnte der Rückgang des GBP/USD-Paares auch auf einige technische Folgeverkäufe zurückzuführen sein, die auf den Durchbruch unter die Widerstands-zu-Unterstützungsmarke von 1,3530-1,3520 in dieser Woche folgen. Dies bestätigt wiederum den kurzfristigen negativen Ausblick und deutet darauf hin, dass eine positive Reaktion auf schwache US-Makrodaten als Verkaufsgelegenheit angesehen werden könnte und das Risiko besteht, dass sie schnell verpufft. Dennoch bleiben die Kassakurse auf Kurs, um erhebliche wöchentliche Verluste zu verzeichnen, und der fundamentale Hintergrund unterstützt die Argumentation für eine weitere Abwertung.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.