Die RBNZ hielt den OCR wie erwartet am Mittwoch bei 2,25%, aber die aktualisierte Zinsspanne von Gouverneur Breman löste einen starken Ausverkauf des Kiwi aus, nachdem die erste potenzielle Zinserhöhung auf Ende 2026 projiziert wurde, was viel später ist, als die Märkte erwartet hatten. Der OCR wird nun voraussichtlich bis 2028 nur 3% erreichen, was auf einen sehr flachen Straffungszyklus hindeutet. Die Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflation liegt mit 3,1% über dem Zielband der RBNZ von 1% bis 3%, aber Breman signalisierte Vertrauen, dass sie ohne dringende Maßnahmen auf 2% zurückkehren wird. Die dovishe Überraschung vergrößert die politische Kluft zur Federal Reserve (Fed), die im Januar bei 3,50% bis 3,75% hielt.
Die FOMC-Protokolle vom Mittwoch verstärkten die hawkische Haltung, wobei die Mitglieder warnten, dass die Disinflation sich als "langsamer und ungleichmäßiger" als erwartet herausstellen könnte. Die Handelsbilanzdaten Neuseelands für Januar am Donnerstag und Bremans Rede später in der Sitzung bieten die nächsten kurzfristigen Katalysatoren, zusammen mit dem US-BIP für das vierte Quartal und dem Kern-PCE am Freitag.
Auf dem Tages-Chart erreichte NZD/USD am Donnerstag ein frisches Tief von 0,5945 und fiel damit zum ersten Mal seit über zwei Wochen unter die 0,6000-Marke. Das Paar handelt weiterhin über dem 50-Tage-EMA bei 0,5905 und deutlich über dem 200-Tage-EMA bei 0,5875, sodass der breitere Aufwärtstrend von den Januartiefs nahe 0,5711 anhält. Der scharfe Rückgang vom Jahreshoch bei 0,6094 hat jedoch die Konsolidierungsrange durchbrochen, die seit Ende Januar gehalten hatte.
Der Stochastische Oszillator hat bärisch von der Mittellinie gekreuzt und zeigt nun nach unten, was auf ein zunehmendes Abwärtsmomentum hindeutet. Der durch die RBNZ ausgelöste Ausverkauf am Mittwoch erzeugte eine solide bärische Kerze, die unter 0,6000 schloss, einem Niveau, das im Februar als Unterstützung diente. Die unmittelbare Unterstützung liegt nun am 50-Tage-EMA nahe 0,5909, mit 0,5856 (200-Tage-EMA) darunter. Auf der Oberseite wäre eine Rückeroberung von 0,6000 erforderlich, um Stabilität zu gewährleisten, mit Widerstand bei 0,6050 und dem Hoch von 0,6094 darüber.

Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.