Der US-Dollar setzte am Donnerstag seine Gewinnserie gegen den Schweizer Franken fort, nachdem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stark auf 206K von revidierten 229K in der Vorwoche gefallen waren, was deutlich unter der Prognose von 225K liegt. Die Daten fügten Beweise für die Stabilität des Arbeitsmarktes hinzu und unterstützten die Entscheidung der Federal Reserve (Fed), die Zinsen bei 3,50% bis 3,75% bei ihrer Sitzung im Januar zu halten, wo die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle zeigten, dass die Beamten über den weiteren Kurs gespalten waren, wobei einige die Möglichkeit von Zinserhöhungen signalisierten, falls die Inflation hoch bleibt. Auf der Schweizer Seite fiel die Industrieproduktion im vierten Quartal um 0,7% im Jahresvergleich, was die 2,0%ige Expansion des vorherigen Quartals umkehrte und den ersten Rückgang seit dem zweiten Quartal 2024 markierte, was die wirtschaftlichen Gegenwinde verdeutlicht, mit denen die Schweizerische Nationalbank (SNB) bei ihrem Zinssatz von 0% konfrontiert ist.
Der US-Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) für Dezember, der bevorzugte Inflationsindikator der Fed, ist der letzte Katalysator der Woche und könnte die Zinserwartungen vor der März-Sitzung beeinflussen.
Auf dem Tages-Chart stieg USD/CHF am Donnerstag zum vierten Mal in Folge und erreichte ein kurzfristiges Hoch von 0,7762 und stieg um fast 0,3%, um das höchste Niveau in acht Handelstagen zu erreichen. Das Paar handelt weiterhin deutlich unter dem fallenden 50-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bei 0,7833 und dem 200-Tage-EMA bei 0,8048, was den breiteren Abwärtstrend bestätigt, der seit dem Rückgang des Paares vom Januar-Hoch nahe 0,8041 besteht. Die vier-Tage-Rallye hat die Gebote vom Zwischentief am 14. Februar nahe 0,7680 angehoben und etwa die Hälfte des Rückgangs der Vorwoche wiederhergestellt.
Der Stochastische Oszillator hat bullisch von unterhalb der Mittellinie gekreuzt und deutet auf einen zunehmenden kurzfristigen Momentum hin, obwohl der Wert im neutralen Bereich bleibt. Die Kerze vom Donnerstag zeigte einen soliden bullischen Körper mit einem bescheidenen unteren Docht und setzte das Muster progressiv höherer Schlusskurse fort. Der unmittelbare Widerstand liegt bei der runden Zahl von 0,7800 und dem 50-Tage-EMA bei 0,7834; ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone würde das Ziel im Bereich von 0,7900 anvisieren. Die Unterstützung liegt bei 0,7700, wobei ein Versagen dort das Februar-Tief nahe 0,7605 exponieren würde.

Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.