Der Kanadische Dollar (CAD) bleibt gegenüber dem US-Dollar (USD) unter Druck, während USD/CAD seinen Anstieg zum vierten Mal in Folge ausweitet, da der Greenback sich nach seiner jüngsten Schwäche stabilisiert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt das Paar bei etwa 1,3628.
Die Preisbewegung könnte aufgrund der Feiertags-Liquidität am US-Präsidententag unruhig bleiben, während der Fokus der Märkte auf den Inflationsdaten Kanadas für Januar gerichtet ist, die am Donnerstag veröffentlicht werden.
Ökonomen erwarten, dass der monatliche Verbraucherpreisindex (VPI) im Januar um 0,1% steigt, nachdem er im Dezember um 0,2% gesunken ist. Auf Jahresbasis wird prognostiziert, dass der Gesamt-VPI stabil bei 2,4% bleibt, unverändert im Vergleich zum Vormonat. Ein besser als erwarteter Wert könnte die Argumentation stärken, dass die BoC die Zinssätze länger unverändert lässt.
Bei ihrer Sitzung im Januar erklärte die Bank of Canada, dass die Geldpolitik darauf abzielt, die Inflation nahe dem Ziel von 2% zu halten. Der Gouverneursrat stellte fest, dass der aktuelle Leitzins „angemessen bleibt“, warnte jedoch, dass die kanadische Wirtschaft weiterhin mit Gegenwinden durch erhöhte Handelsunsicherheiten aufgrund von US-Zöllen konfrontiert ist.
Unterdessen verleihen feste Ölpreise dem Loonie moderate Unterstützung, angesichts Kanadas Status als großer Rohölexporteur. West Texas Intermediate (WTI) handelt bei etwa 63,25 USD, was einem Anstieg von fast 1,0% im Tagesverlauf entspricht.
In den Vereinigten Staaten sind die kurzfristigen Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve nach den Arbeitsmarktdaten der letzten Woche, die eine Stabilisierung der Bedingungen zeigten, gesunken. Die Nonfarm Payrolls stiegen um 130K und erholten sich von zuvor 48K, während die Arbeitslosenquote auf 4,3% von 4,4% sank.
Gleichzeitig haben weichere als erwartete Inflationsdaten die Hoffnungen auf eine Lockerung der Politik in der zweiten Jahreshälfte am Leben gehalten, wobei Händler weiterhin mehr als 50 Basispunkte (bps) an Zinssenkungen für 2026 einpreisen. Der Gesamt-VPI stieg im Januar um 0,2% MoM, was eine Verlangsamung von 0,3% im Dezember darstellt. Auf Jahresbasis sank die Inflation auf 2,4% YoY von 2,7%.
Abnehmende Erwartungen an eine Lockerung durch die Fed haben dazu beigetragen, den Greenback zu stabilisieren. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen verfolgt, schwebt um die 97,00-Marke und schwankt innerhalb eines einwöchigen Handelsbereichs.
Strukturelle Gegenwinde wie die aggressiven Handelspolitiken von US-Präsident Donald Trump, wiederholte Kritik an der Federal Reserve und steigende Staatsverschuldung belasten jedoch weiterhin die Stimmung und begrenzen eine bedeutende Erholung des US-Dollars.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Protokolle der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am Mittwoch, gefolgt vom Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) und der vorläufigen Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das vierte Quartal am Freitag, um weitere Hinweise auf den Zeitpunkt der nächsten Zinssenkung zu erhalten.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.