Das Paar EUR/USD konsolidiert seine starken Gewinne, die in den letzten zwei Tagen erzielt wurden, und schwankt während der asiatischen Sitzung am Dienstag in einer engen Bandbreite. Die Spotpreise handeln derzeit um die Marke von 1,1900, knapp unter dem über einwöchigen Hoch, das am Vortag erreicht wurde.
Der US-Dollar (USD) erholt sich teilweise von den schweren Verlusten des Vortages auf ein Sechs-Tage-Tief und erweist sich als ein wichtiger Faktor, der dem Paar EUR/USD Gegenwind verleiht. Ein bedeutender Anstieg des USD scheint jedoch in Anbetracht der wachsenden Akzeptanz, dass die US-Notenbank (Fed) die Kreditkosten in diesem Jahr noch zweimal senken wird, unerreichbar. Darüber hinaus könnte das vorherrschende Risiko-on-Umfeld dazu beitragen, den sicheren Hafen Greenback zu begrenzen.
In der Zwischenzeit berichtete Bloomberg News am Montag, dass chinesische Aufsichtsbehörden Finanzinstitute geraten haben, ihre Bestände an US-Treasuries aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Konzentrationsrisikos und der Marktvolatilität zu reduzieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Bedenken über die Unabhängigkeit der US-Notenbank, was wiederum die USD-Bären begünstigt. Abgesehen davon sollte der relativ hawkische Ausblick der Europäischen Zentralbank (EZB) dem Euro zugutekommen und das Paar EUR/USD weiter unterstützen.
Tatsächlich hält die EZB seit dem Ende einer einjährigen Zinssenkungsrunde im Juni die Zinsen stabil, und das überraschend widerstandsfähige Wachstum hat den Druck auf die politischen Entscheidungsträger, weitere Unterstützung zu leisten, verringert. Dies stellt eine signifikante Divergenz im Vergleich zu Wetten auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Fed dar und deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Paar EUR/USD nach oben führt. Daher könnte ein korrigierender Pullback als Kaufgelegenheit angesehen werden und begrenzt bleiben.
Die Marktteilnehmer blicken nun gespannt auf die monatlichen US-Einzelhandelsumsatzdaten, die zusammen mit den Reden einflussreicher FOMC-Mitglieder den USD beeinflussen könnten. Der Fokus wird jedoch weiterhin auf der verzögerten Veröffentlichung des US Nonfarm Payrolls (NFP)-Berichts am Mittwoch liegen. Abgesehen davon würden die neuesten US-Verbraucherinflationszahlen am Freitag Hinweise auf den Zinssenkungspfad der Fed geben, der den USD antreiben und dem Paar EUR/USD einen neuen Impuls verleihen könnte.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.