Der Tages-Chart zeigt, dass NZD/USD einen breiten Basisbildungsprozess abgeschlossen hat, nachdem er Ende Oktober 2025 bei 0,5580 seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Der Preis handelt nun bei 0,6053, über dem 50-Perioden-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 0,5867 und dem 200-EMA bei 0,5849. Die Erholung vom Oktober-Tief führte zu einer höheren Tiefpunkt-Sequenz durch November und Dezember, wobei das Paar Ende Dezember über die Widerstandszone von 0,5850 (ein Niveau, das viele Rallyes im August und September begrenzt hatte) brach und im Januar an Fahrt gewann. Ein starker Impuls im späten Januar schob NZD/USD auf ein Hoch von 0,6121, dem besten Niveau seit Mitte Juli 2025, bevor Verkäufer eingriffen und letzte Woche einen Rückgang erzwangen, da gemischte Beschäftigungsdaten aus Neuseeland die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) in naher Zukunft dämpften. Die Arbeitslosenquote stieg im vierten Quartal auf 5,4%, ein Jahrzehnt-Hoch, obwohl das Beschäftigungswachstum von 0,5% die Prognosen übertraf, was die Märkte dazu veranlasste, den erwarteten Zeitpunkt einer Zinserhöhung von September auf Oktober zu verschieben. Die RBNZ hält ihren Leitzins (Official Cash Rate - OCR) bei 2,25% nach einem aggressiven Lockerungszyklus, und die erste Sitzung unter der neuen Gouverneurin Anna Breman am 18. Februar wird genau beobachtet, um mögliche Änderungen in der zukünftigen Orientierung zu erkennen.
Die Sitzung am Montag sah das Paar bei 0,6013 eröffnen und um 0,57% auf 0,6053 schließen, mit einem Tageshoch von 0,6061 und einem Tief von 0,5997, da die allgemeine Schwäche des US-Dollars risikosensitive Währungen unterstützte. Die bullische Kerze bestätigte einen Sprung von der Unterstützungszone bei 0,5950 bis 0,6000, die mit dem vorherigen Widerstand von Mitte Januar übereinstimmt und nun als Boden fungiert. Der Stochastische Oszillator (14, 5, 5) zeigt 77,37/80,04 und dringt in den überkauften Bereich vor, was darauf hindeutet, dass das kurzfristige Aufwärtsmomentum bald auf Widerstand stoßen könnte. Sofortiger Widerstand liegt bei 0,6100 bis 0,6121, dem Januar-Hoch, wo zuvor Verkäufer auf dem Tages-Chart mit einer langen oberen Docht-Abweisungs-Kerze auftraten. Ein täglicher Schlusskurs über 0,6121 würde diese Barriere überwinden und die Hochs von Juli 2025 nahe 0,6150 anvisieren. Auf der Abwärtsseite dient der Bereich um 0,5950 als erste Unterstützung, während die konvergierenden 50 und 200 EMAs um 0,5850 bis 0,5870 einen stärkeren strukturellen Boden bieten. Das goldene Kreuz, das sich zwischen diesen beiden gleitenden Durchschnitten bildet, fügt ein bullisches strukturelles Signal hinzu, obwohl mit der RBNZ-Sitzung nur noch neun Tage entfernt und den verzögerten US Nonfarm Payrolls (NFP) Daten für Januar, die am Mittwoch fällig sind, die beidseitige Volatilität im Laufe der Woche wahrscheinlich zunehmen wird.

Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.