EUR/USD fällt am zweiten Tag in Folge um 0,49%, nach dem Ausverkauf von Metallen am vergangenen Freitag, der den Greenback zugunsten der gemeinsamen Währung stützte. Auch die Nominierung von Kevin Warsh als Leiter der Federal Reserve und die positiven US-Wirtschaftsdaten drückten das Paar nach unten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt das Paar unterhalb der Marke von 1,1800 und ist auf einen täglichen Schlusskurs unterhalb dieser Marke vorbereitet.
Die Marktstimmung verbesserte sich am Montag, doch in den FX-Märkten halten die Händler den US-Dollar im Angebot, der einen zweitägigen Gewinn von über 1,40% verzeichnet, laut dem US-Dollar-Index (DXY). Der DXY, der die Leistung des Dollars gegenüber einem Korb anderer Währungen misst, liegt bei 0,46% auf 97,60.
Die Erwartungen, dass die Federal Reserve die Zinsen senken wird, nehmen nach der Veröffentlichung solider US-Wirtschaftsdaten weiter ab. Das Institute for Supply Management (ISM) gab bekannt, dass sich die Produktionsaktivität im Januar verbessert hat.
In der Zwischenzeit wird die teilweise Regierungsstilllegung in den USA die Veröffentlichung von Arbeitsmarktdaten, einschließlich des Berichts über offene Stellen und den Arbeitsmarktumsatz, der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Nonfarm Payrolls für Januar, behindern. Die Veröffentlichungen werden verzögert, obwohl der US-Kongress das Finanzierungspaket der Regierung genehmigt hat.
Abgesehen davon gab es in Europa eine Verbesserung der deutschen Einzelhandelsumsätze, während der HCOB PMI für das verarbeitende Gewerbe im Januar anstieg, aber weiterhin im Kontraktionsbereich blieb.
In der kurzfristigen technischen Betrachtung des EUR/USD zeigt sich, dass das Paar nach dem Durchbrechen eines wichtigen Unterstützungsniveaus bei 1,1830 am 1. Juli nach unten geneigt ist, was den Ausverkauf des Euros unter die Marke von 1,1800 verschärfte. Ein täglicher Schlusskurs unterhalb dieser Marke würde die Tür öffnen, um den 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 1,1717 zu testen. Die nächste wichtige Unterstützung liegt darunter bei 1,1700.
Umgekehrt, wenn EUR/USD über 1,1800 bleibt, könnte ein Test von 1,1830 gefolgt von 1,1850 erfolgen. Bei weiterem Auftrieb folgt 1,1900, gefolgt von 1,2000 und dem Jahreshoch bei 1,2082.

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.