Das Paar USD/CAD erholt sich am Freitag während der asiatischen Handelsstunden und nähert sich 1,3520. Der US-Dollar (USD) stärkt sich gegenüber dem kanadischen Dollar (CAD) im Vorfeld der Bekanntgabe von US-Präsident Donald Trump über den Vorsitz der Federal Reserve (Fed). Der Bericht zum US-Erzeugerpreisindex (EPI) wird später am Freitag veröffentlicht.
Trump drohte am Donnerstag, einen 50%igen Zoll auf alle Flugzeuge zu erheben, die aus Kanada in die Vereinigten Staaten (US) verkauft werden, und beschuldigte Kanada, die Zertifizierung von Gulfstream-Geschäftsflugzeugen unfair zu blockieren. Erneute Handels Spannungen und Unsicherheiten könnten den Loonie belasten und kurzfristig als Rückenwind für das Paar wirken.
Trump sagte am späten Donnerstag, dass er am Freitagmorgen seine Wahl zur Nachfolge von Jerome Powell als Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) bekannt geben werde, so Bloomberg. Der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh wird zunehmend als Favorit angesehen, nachdem er Berichten zufolge ein Treffen mit Trump im Weißen Haus hatte. Händler werden die Entwicklungen im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Unabhängigkeit der Fed und den Zinsausblick genau beobachten.
Die Wall Street Journal berichtete am Donnerstag, dass Trump und die Senate-Demokraten einen Deal ausgehandelt haben, der eine Regierungsstilllegung abwenden und mehr Zeit für Verhandlungen über Einschränkungen bei der Einwanderungspolitik der Regierung kaufen könnte. Die Marktbedenken verringerten sich nach dieser Schlagzeile, was den Greenback gegenüber dem CAD stärkte.
Dennoch ist unklar, wie schnell das Repräsentantenhaus diese Finanzierungsanträge nach der Genehmigung durch den Senat bearbeiten kann und wird. Die Frist für die Stilllegung endet am Freitag um Mitternacht. Die Erholung des Greenbacks könnte von kurzer Dauer sein, wenn die Marktbedenken wieder aufkommen, insbesondere hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed und des Risikos einer Regierungsstilllegung in den USA, was weiterhin auf den USD lasten könnte.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.