GBP/USD steigt während der nordamerikanischen Sitzung um über 0,31% aufgrund stärker als erwarteter Einzelhandelsumsätze und PMI-Daten, obwohl der Greenback Verluste aufgrund eines positiven Berichts zur Verbraucherstimmung verringert hat. Das Paar handelt bei 1,3542, nachdem es von den täglichen Tiefstständen von 1,3482 abgeprallt ist.
In Großbritannien unterstützten die Einzelhandelsumsatzdaten einen Anstieg des GBP/USD-Paares, das die Marke von 1,3500 überschritt, aber es bleibt hinter dem neuesten Zyklushoch zurück, was den Weg in Richtung 1,3600 ebnen könnte. Im Dezember stiegen die Einzelhandelsumsätze um 0,4% MoM und übertrafen die Schätzungen für einen Rückgang von 0,1%. Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze von 1,8% auf 2,5%, was über den Prognosen für ein Wachstum von 1% liegt.
Die Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich verbesserte sich laut S&P Global. Die Dienstleistungen und Composite-PMIs schnitten besser ab als im November, wobei die Dienstleistungen von 51,4 auf 54,3 stiegen und der Composite von 51,4 auf 53,9.
Der Gouverneur der Bank of England, Green, sagte: „Die Frühindikatoren für das Lohnwachstum sind sogar besorgniserregender als die Inflationserwartungen.“ Es wird erwartet, dass die BoE die Zinssätze im Februar hält, und es scheint, dass die Händler ihre Chancen auf Zinssenkungen verringern. Vor einem Tag implizierten die Geldmärkte 45 Basispunkte an Lockerungen bis Ende 2026. Zum Zeitpunkt des Schreibens erwarten sie mindestens 39 Basispunkte.
Auf der anderen Seite des Teiches stieg der endgültige Wert des University of Michigan Consumer Sentiment für Januar auf ein Fünf-Monats-Hoch von 56,4, gegenüber 54 in der vorläufigen Schätzung, was über den Prognosen von 54 liegt. Joanne Hsu, Direktorin der Umfrage, sagte, dass trotz der Verbesserung „die Verbraucher weiterhin Druck auf ihre Kaufkraft aufgrund hoher Preise und der Aussicht auf schwächere Arbeitsmärkte berichten.“
Die Umfrage ergab, dass amerikanische Haushalte einen Rückgang der Inflationserwartungen für ein Jahr von 4,2% auf 4% und für einen Zeitraum von fünf Jahren von 3,3% gegenüber 3,5% sehen.
Weitere Daten zeigten, dass sich die Geschäftstätigkeit im Januar leicht verbesserte, berichtete S&P Global. Der Composite-PMI stieg von 52,7 auf 52,8. Chris Williamson, Chefökonom bei S&P Global Market Intelligence, sagte in einer Erklärung: „Eine besorgniserregend gedämpfte Rate des Neugeschäftswachstums sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor fügt weitere Anzeichen hinzu, dass das Wachstum im ersten Quartal enttäuschen könnte.“
Nächste Woche werden die Händler die geldpolitische Sitzung der Federal Reserve und die Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell im Auge behalten.
GBP/USD hat eine abwärts gerichtete Trendlinie durchbrochen, was den Weg frei macht, um 1,3600 herauszufordern. Ein entscheidender Durchbruch über dieses Niveau könnte den Trend nach oben verschieben und die Tür für weitere Gewinne öffnen. Die nächste wichtige Widerstandsmarke wäre das Hoch vom 1. Juli bei 1,3788 vor 1,3800.
Umgekehrt, wenn GBP/USD unter 1,3500 zurückfällt, wäre die erste Unterstützung der 20-Tage-SMA bei 1,3452, gefolgt von der 200-Tage-SMA bei 1,3406.

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.