Der kanadische Dollar (CAD) setzt am Freitag seine Gewinne gegenüber dem US-Dollar (USD) fort, unterstützt durch einen insgesamt schwächeren Greenback und stärkere als erwartete kanadische Einzelhandelsumsatzdaten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird USD/CAD bei etwa 1,3767 gehandelt, was einen fünften aufeinanderfolgenden täglichen Rückgang markiert.
Die von Statistics Canada veröffentlichten Daten zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze im November um 1,3 % gegenüber dem Vormonat gestiegen sind und damit die Markterwartungen von 1,2 % übertroffen haben, nachdem sie im Oktober um 0,3 % zurückgegangen waren.
Die Einzelhandelsumsätze ohne Autos waren sogar noch stärker und stiegen im Monatsvergleich um 1,7 %, über den Prognosen von 1,2 %, nachdem sie im Oktober um 0,6 % gefallen waren.
Die Erholung der Einzelhandelsaktivitäten unterstützt den abwartenden Ansatz der Bank of Canada (BoC), nachdem die zu Beginn dieser Woche veröffentlichten Inflationsdaten einen Rückgang des monatlichen Preisdrucks zeigten, obwohl die jährliche Inflation hartnäckig über dem Zielwert von 2 % der BoC bleibt. Im Jahresvergleich beschleunigte sich der VPI im Dezember auf 2,4 % von 2,2 % im November, während der Kern-VPI der BoC leicht auf 2,8 % von 2,9 % zurückging.
Die Märkte erwarten allgemein, dass die BoC ihren Leitzins bei 2,25 % bei der Sitzung in der nächsten Woche unverändert lässt. In ihrer Dezember-Politikerklärung sagte die BoC, dass „wenn sich Inflation und wirtschaftliche Aktivität im Großen und Ganzen im Einklang mit der Oktober-Prognose entwickeln, der Gouverneursrat den aktuellen Leitzins als etwa das richtige Niveau ansieht, um die Inflation nahe 2 % zu halten und der Wirtschaft in dieser Phase der strukturellen Anpassung zu helfen.“
Die Zentralbank betonte auch, dass „die Unsicherheit weiterhin hoch bleibt“ und fügte hinzu, dass sie „bereit ist zu reagieren“, wenn sich die Aussichten erheblich ändern.
Stabile Ölpreise fügen dem Loonie eine weitere Unterstützungsebene hinzu, angesichts Kanadas Status als großer Energieexporteur. West Texas Intermediate (WTI) wird bei etwa 61 USD pro Barrel gehandelt, was einem Anstieg von fast 2,7 % an diesem Tag entspricht.
Unterdessen bleibt der US-Dollar trotz einer gewissen Entspannung der Handels Spannungen zwischen den USA und der EU unter anhaltendem Druck, da die protektionistische Handelspolitik von Präsident Trump und die zunehmende Einmischung in die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) weiterhin die Anlegerstimmung belasten.
In der Zukunft warten die Händler auf die Veröffentlichung der vorläufigen S&P Global Purchasing Managers Index (PMI)-Daten und der Umfrage zur Verbraucherstimmung der University of Michigan. Die Märkte erwarten auch allgemein, dass die Fed die Zinssätze bei ihrer geldpolitischen Sitzung am 27. und 28. Januar unverändert lässt.