Gold (XAU/USD) gibt am Freitag moderat nach, da milde Gewinnmitnahmen nach einem Anstieg auf ein neues Rekordhoch nahe 4.967 USD zu Beginn der asiatischen Sitzung einsetzen. XAU/USD schwebt zum Zeitpunkt des Schreibens um 4.930 USD und ist auf dem Weg zu einem dritten wöchentlichen Anstieg in Folge.
Das Edelmetall ist in dieser Woche um mehr als 7% gestiegen, unterstützt durch eine starke Nachfrage nach sicheren Anlagen, nachdem die erneute Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland die globalen Märkte verunsichert hat, was das Gefühl „Sell America“ wiederbelebt und den US-Dollar (USD) belastet hat.
Allerdings haben sich einige dieser Spannungen am Mittwoch etwas entspannt, nachdem Trump von früheren Drohungen abgerückt ist, Zölle auf mehrere europäische Länder zu erheben, nachdem ein zukünftiger Rahmenvertrag über Grönland angekündigt wurde.
Dieser Schritt hat wenig dazu beigetragen, das bullische Momentum von Gold zu dämpfen, da die Anleger weiterhin skeptisch sind, dass die Spannungen vollständig gelöst sind, da dem Rahmenvertrag konkrete Details fehlen. Gleichzeitig halten anhaltende geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten die Nachfrage nach sicheren Anlagen aufrecht und stützen das Edelmetall.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den US-Wirtschaftskalender, der später am Freitag fällig ist, während die Händler auf die vorläufigen S&P Global Einkaufsmanagerindizes (PMI) und die Verbraucherstimmungsdaten der Universität von Michigan warten.

Aus technischer Sicht sind Verkäufer vor der psychologischen Marke von 5.000 USD aufgetaucht, was die letzte Rallye nahe den Rekordhöhen begrenzt. Der Rückgang hat jedoch bisher an starkem Nachdruck gefehlt, da Käufer weiterhin die Zone um 4.900 USD verteidigen.
Die Trendbedingungen bleiben fest, wobei XAU/USD gut über den 21-Perioden- und 50-Perioden-Simple Moving Averages (SMAs) gehalten wird. Der Average Directional Index (ADX) schwebt um 39 und signalisiert ein starkes Trendumfeld, trotz aufkommender Anzeichen von kurzfristiger Erschöpfung.
Das Risiko eines tieferen Rückgangs steigt, da überkaufte Bedingungen über mehrere Zeitrahmen hinweg bestehen bleiben. Auf dem 4-Stunden-Chart hat der Relative Strength Index (RSI) sich wieder in Richtung der 70-Marke bewegt und zeigt eine bärische Divergenz, was frühe Anzeichen eines nachlassenden Aufwärtsmomentums signalisiert.
Auf der Abwärtsseite wird unmittelbare Unterstützung bei der psychologischen Marke von 4.900 USD gesehen. Ein nachhaltiger Bruch unterhalb dieser Zone verlagert den Fokus auf den 21-Perioden-SMA nahe 4.828 USD, gefolgt vom 50-Perioden-SMA um 4.709 USD. Auf der Oberseite bleibt die psychologische Marke von 5.000 USD der entscheidende Widerstand.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.