Das britische Pfund Sterling (GBP) zeigt sich gegenüber dem US-Dollar leicht schwächer und bleibt damit hinter den meisten anderen G10-Währungen zurück. Auslöser ist erneut aufgekommene politische Unsicherheit, die kurzfristige Turbulenzen am Markt für britische Staatsanleihen ausgelöst hat, berichten die Devisenstrategen der Scotiabank, Shaun Osborne und Eric Theoret.
„Das Pfund ist schwach und liegt mit einem Minus von rund 0,1 Prozent gegenüber dem US-Dollar zurück. Damit ist es der relative Underperformer unter allen G10-Währungen mit Ausnahme des japanischen Yen. Erneute politische Unsicherheit scheint für etwas Unruhe am britischen Anleihemarkt zu sorgen: Die Renditen sprangen zeitweise um rund vier Basispunkte an und gaben anschließend wieder nach, ausgelöst durch Gerüchte über eine mögliche Herausforderung der Führungsposition von Premierminister Starmer.“
„Die Aussicht auf neue politische Unsicherheit ist negativ für Großbritannien und das Pfund, insbesondere angesichts der hohen Sensibilität der Märkte gegenüber der fiskalischen Lage des Landes nach dem ‚Truss-Moment‘ im Jahr 2022 sowie einer kleineren Wiederholung im vergangenen Sommer, als die Märkte den Haushalt von Finanzministerin Reeves bewerteten.“
„Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zur Staatsverschuldung fielen etwas besser aus als erwartet und folgten auf gemischte Verbraucherpreis- und Arbeitsmarktdaten zu Wochenbeginn. Das binnenwirtschaftliche Risiko bleibt bis zum Wochenschluss erhöht. Im Fokus stehen nun die Einzelhandelsumsätze am Freitag sowie die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes, die für die geldpolitischen Entscheidungsträger der Bank of England – und deren Tonlage – im Hinblick auf die nächste Zinsentscheidung am 5. Februar von zentraler Bedeutung sein werden.“