Der Kanadische Dollar (CAD) verzeichnete am Dienstag einen zweiten Anstieg gegenüber dem US-Dollar (USD), da die Märkte ihre USD-negativen Strömungen nach erneuten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, den Verkauf Grönlands an die USA zu erzwingen, ausweiteten. Die Trump-Administration schwört, bis zum 1. Februar weitere Zölle auf wichtige Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu erheben, wenn die EU Grönland nicht vom Königreich Dänemark abtrennt, was Drohungen gezielter Gegen-Zölle seitens der EU nach sich zieht.
Eine Wiederholung des geopolitischen Nebels vom letzten April, verursacht durch Trumps verwirrende, schockierende internationale Politikziele, hat einen entsprechenden Rückgang des Marktvertrauens ausgelöst. Die Anlegerstimmung ist im US-Marksegment zusammengebrochen, was den US-Dollar und die amerikanischen Aktien nach unten drückt, während die Goldpreise und die Renditen von Staatsanleihen gestiegen sind.
Der kurzfristige Anstieg des Kanadischen Dollars aufgrund eines marktweiten Rückzugs vom US-Dollar hat zu einer scharfen Ablehnung vom 200-Tage-Exponential Moving Average (EMA) im USD/CAD-Chart geführt. Die Preisbewegung steuert auf einen Test des 1,3800-Niveaus zu, und ein stark überkaufter Stochastik-Oszillator auf den täglichen Kerzenleuchtern deutet auf ein erhöhtes Potenzial für weiteren Spielraum hin, solange die aktuelle Marktpositionierung anhält.

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.